Meine Knock-Out-Zertifikate-Strategie [+1300€ Gewinn]

Mit meiner Knock-Out-Zertifikate-Strategie setze ich mit einem Hebel von 10 auf steigende und fallende Aktienkurse. Damit habe ich in zwei Monaten mehr als 1300 Euro Gewinn [+13% Rendite] gemacht. 

Eigentlich wollte ich nur Aktien shorten mit Knock-Out-Zertifikaten, weil ich der Meinung bin, dass viele Aktienkurse seit der Corona-Krise extrem überbewertet sind. Deswegen sehe ich bei vielen Aktien mit All-Time-High mehr Potential auf der Downside als Luft nach oben.

Chart-Analysen aus der Vergangenheit brachten mich auf die Idee, dass starke Anstiege zwangsläufig zu einer Korrektur führen. Man muss dann nur am All-Time-High die Aktie shorten und kann von einem Kursrutsch profitieren.

Allerdings merkte ich schnell, dass das viel zu stressig ist und es wenig Spaß macht als Miesepeter gegen den Trend zu wetten. Deswegen habe ich auch ganz normale Hebel-Zertifikate auf steigende Kurse in meine Strategie aufgenommen.

Das funktionierte relativ gut, so dass ich zwischen 17. Mai und 10. Juli mehr als 1000 Euro Gewinn mit Knock-Out-Zertifikaten machte. Da meine Zertifikate auf mittlerweile vier Anbieter verteilt sind, erfasse ich jede Transaktion in der Onvista-App. So siehts aktuell (10.07.2021) aus:

Knock-Out-Zertifikate Strategie

Mit einem Kapitaleinsatz von 14.770 Euro konnte ich 1332,51 Euro realisieren. Das entspricht einer Rendite von fast 11% pro Zertifikat und einer Gesamtrendite von 13% auf zwei Monate. Im Depot habe ich aktuell Zertifikate im Wert von 8000 Euro, die ich teilweise ebenfalls in den nächsten Tagen mit Gewinn verkaufen werde.

Andere halte ich und hoffe, dass sie sich positiv entwickeln oder verkaufe sie mit einem vertretbaren Verlust.

KNOCK-OUT-ZERTIFIKATE TIPPS & RISIKEN

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Bevor wir zu meiner Knock-Out-Zertifikate-Strategie kommen gebe ich hier ein paar allgemeine Hinweise und Tipps zu Knock-Out-Zertifikaten!

Die Gefahr von Knock-Out-Zertifikaten besteht darin, dass man bei einem gewissen Kurs „ausgeknockt“ wird. Damit wird das Zertifikat wertlos und man verliert den kompletten Einsatz.

Damit muss man rechnen und seine Knock-Out-Zertifikate-Strategie entsprechend darauf ausrichten.

Je höher der Hebel mit dem der echte Kurs einer Aktie durch das Zertifikat multipliziert wird, desto größer ist auch das Verlustrisiko.

Beträgt der Hebel 10, macht man 10% Gewinn, wenn der Aktienkurs um 1% steigt.

Wenn der Kurs einer Aktie allerdings um 10% fällt erreicht das Zertifikat mit dem Hebel 10 die Knock-Out-Schwelle und wird wertlos.

Mir ist das erst vor Kurzem bei einem 100er-Hebel auf den Dax passiert. Ich hatte 500 Euro in ein Zertifikat investiert. Der Dax fiel kurzzeitig unter die Knock-Out-Schwelle von 15750 Punkten und das Zertifikat war wertlos. 500 Euro verloren wegen 6 mickrigen Pünktchen, die der Dax die Grenze unterschritten hatte um dann wieder munter zu steigen.

Mein Tipp daher: gehe nur ein Risiko ein, das du abschätzen kannst und bei dem du die investierte Summe auch verlieren kannst. Finde das ideale Verhältnis zwischen einem hohen Hebel und einem möglichst großen Abstand zur Knock-Out-Schwelle.

Bei meiner Knock-Out-Zertifikate-Strategie geht es um die Abschätzung zwischen Chancen und Risiko. In diesem Fall mit dem Dax war die Chance auf einen steigenden Dax am Monatsanfang plus die Aufwertung von 30 auf 40 Aktien im Laufe des Septembers das hohe Risiko wert.

Mir ist auch bewusst, dass ich ein paar Zertifikate komplett verlieren werde. Dafür steigen andere um das vielfache des Aktienkurses. Eine Investition alleine ist also nicht entscheidend, sondern die Summe aller Entscheidungen führt zu einer profitablen Knock-Out-Zertifikate-Strategie.

Meine Knock-Out-Zertifikate-Strategie in 10 Schritten

  1. Wir nutzen einem günstigen Online-Broker wie Smartbroker, um Gebühren gering zu halten
  2. Wir suchen Aktien, die in der letzten Woche einen Anstieg oder Absturz um mindestens 10% gemacht haben
  3. Wir investieren nur gemäß dem langfristigen Trend (gleitender Durchschnitt MA200)
  4. Wir investieren in Knock-Out-Zertifikate mit Hebel 10
  5. Der Spread (Verhältnis zwischen Kaufpreis und Börsenwert) sollte möglichst gering sein
  6. Der Abstand zum Knock Out Kurs, bei dem unser Zertifikat wertlos wird, sollte mindestens 10% sein.
  7. Pro Position riskieren wir maximal 5% der Bankroll.
  8. Kurze Haltedauer, da pro Tag Gebühren anfallen.
  9. Verkauf mit Gewinn bei Trendumkehr (Haikin Ashi Candles)
  10. Stop-Loss bei mehr als 50% Verlust

1. Günstiger Online-Broker

Bei Smartbroker können wir Knock-Out-Zertifikate kostenlos kaufen von den vier Anbietern Morgan Stanley, UBS, HSBC und Vontobel.

Smartbroker Knock-Out-Zertifikate

Im Vergleich zu anderen Online-Brokern sparen wir so sehr viel Geld für Transaktionsgebühren. Auch Trade Republic berechnet bei Knock-Out-Zertifikaten von HSBC, Citi und Societe Generale nur 1-2 Euro pro Transaktion (Kauf / Verkauf).

2. Volatilität: +/-10% in einer Woche

Wir wollen Aktien, die eine gewisse Volatilität haben und innerhalb einer Woche einen starken Anstieg oder Absturz von 10 % hatten. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass dieser kurzfristige Trend umgekehrt wird.

Prinzipiell sehe ich in überhitzten Märkten nach wie vor gute Chancen mit Shorts, während es auch einige Aktien gibt, die sich in einer Korrekturphase befinden und neuen Schwung holen.

Deswegen ist mein erstes Kriterium: Gibt es eine Chance auf 10% Anstieg oder Absturz?

Dazu schauen wir, ob das in der jüngsten Vergangenheit von maximal 3 Monaten schon mal vorgekommen ist und wie viel Zeit die Aktie für so eine Kursbewegung gebraucht hat.

Wenn die Aktie schon mal in kurzer Zeit 10% gestiegen oder gefallen ist, dann stehen die Chancen gut, dass sich das wiederholt.

3. Langfristiger Trend

„The Trend is your friend!“ Deswegen: Setze nie gegen den langfristigen Trend!

Der langfristige Trend wird uns in Form der gleitenden Durchschnittslinie MA200 angezeigt. Steigt die MA200-Linie handelt es sich um einen langfristigen Aufwärtstrend und wir suchen Möglichkeiten mit Hebel auf steigende Kurse zu profitieren. Fällt die MA200-Linie, dann schauen wir, ob wir einen Einstieg mit einem Short-Hebel-Zertifikat finden.

4. Hebel von 10

Ein Hebel von 10 hört sich vielleicht für den einen viel an, für den anderen vielleicht wenig an.

Für mich bietet der Hebel von 10 genau die richtige Mischung aus großen Chancen und vertretbarem Risiko.

Wenn sich der Kurs in die falsche Richtung entwickelt besteht die Gefahr eines Totalverlustes und von höheren Verlusten. Das nehme ich gerne in Kauf, wenn in den meisten Fällen der Gewinn x10 genommen wird.

Wir brauchen also nur einen Kursanstieg oder einen Kursrücksetzer von 10% um 100% Gewinn zu machen.

10% Kursbewegung sind auf die Dauer einer Woche nicht allzu ungewöhnlich und kommen schon mal vor. Die Richtung ist aufgrund verschiedener Informationen relativ gut vorherzusagen ist.

Natürlich gibt es auch Fehlschläge, aber in der Summe aller Transaktionen bin ich mit der Knock-Out-Strategie bisher relativ erfolgreich gewesen.

5. Spread so gering wie möglich

Der Spread ist der prozentuale Unterschied zwischen Kaufpreis und Verkaufspreis. Das ist die Marge mit der die Händler von Knock-Out-Zertifikaten Gewinn machen.

Ein Spread von 10% würde bedeuten, dass das Zertifikat einen Wert (Geldpreis) von 1 Euro hat und wir dafür einen Kaufpreis (Briefpreis) von 1,10 Euro zahlen müssen. Wir haben also nach dem Kauf direkt -10% Verlust.

Damit wir hier nicht gleich einem großen Verlust hinterherrennen müssen, sollte der Spread so niedrig wie möglich sein. Bei einem Hebel von 10 beträgt der Spread in der Regel 2-3%.

Alles darüber, sollte man nur in Ausnahmefällen kaufen, da man diesen Rückstand sehr schwer aufholt.

6. Abstand zum Knock-Out: 10%

Der Abstand zum Knock-Out sollte so hoch wie möglich sein. Wenn wir verschiedene Knock-Out-Zertifikate mit Hebel 10 zur Auswahl haben, wählen wir immer das mit dem geringsten Spread und dem höchsten Abstand zum Knock-Out. Der Knock-Out hängt vom Hebel und vom Anbieter ab.

Wenn der Knock-Out größer sein soll, muss der Hebel kleiner sein und anders rum.

7. Konstanter Einsatz pro Trade

In den ersten zwei Monaten meiner Knock-Out-Strategie habe ich den Fehler gemacht, dass ich einzelne Ereignisse überbewertet habe und dann viel mehr Geld in ein einzelnes Zertifikat mit höherem Hebel investiert habe.

Das Risiko war dann viel größer, die Erfolgschance aber nicht.

Deswegen halte ich mich jetzt eisern daran maximal 5% meines Knock-Out-Gesamtkapitals pro Trade zu riskieren.

Der Hebel bleibt auch bei maximal 10, da zu hohe Hebel schnell die Vernunft ausschalten.

8. Kurze Haltedauer von wenigen Tagen

Oft entwickelt sich ein Kurs nicht (so schnell wie gewünscht) in die Richtung, die wir vermutet haben. Dann haben wir die Wahl:

  1. Verkaufen mit Verlust
  2. Warten

Der Verkauf mit Verlust ist eine Option, wenn keine Besserung abzusehen ist und der Kurs sich mehrere Tage in Folge in die falsche Richtung entwickelt.

Das Warten kostet jeden Tag Geld. Als Faustregel kann man mit 50 Cent Haltekosten pro Tag rechnen. Je nach Anbieter und Zertifikat können die Kosten wesentlich höher oder niedriger sein.

Wenn keine große Verbesserung in den nächsten Wochen zu erwarten ist, kann man sich überlegen, ob man sich mit weniger Gewinn begüngt oder einen leichten Verlust in Kauf nimmt. Das freiwerdende Kapital kann man dann in interessantere Objekte investieren.

9. Timing: Verkauf bei Trendumkehr

Mein großes Problem war das richtige Timing beim Verkauf zu finden. Dank der Haikin Ashi Strategie habe ich ein besseres Verständnis dafür, wann ein kurzfristiger Trend endet und sich umkehrt.

Flachen die Haikin Ashi Kerzen ab und signalisieren kein Interesse von einer Seite (Käufer / Verkäufer), ist das ein Anzeichen dafür, dass man über einen Verkauf nachdenken sollte.

10. Stop-Loss 50% vs All-or-nothing

Ich bin mit einem Stop-Loss von 50% relativ gut gefahren. Zertifikate, die einen Verlust von -50% aufgebaut hatten, haben so gut wie nie noch die Kurve gekriegt. Es wurde eher noch schlimmer. Vielleicht reicht auch schon ein Verlust von -25% oder -30% um zu erkennen, dass man auf das falsche Pferd gesetzt hat.

Hier ist es wichtig die negativen Positionen im Depot genau zu beobachten und zu analysieren, wie sie sich entwickeln. Wenn die Zertifikate auf bei 50% Verlust manchmal noch in die Gewinnzone umkehren, kann man auch all-or-nothing riskieren. In manchen Fällen wird man die eingesetzten Betrag für das Zertifikat verlieren. In anderen, wird man statt eines Verlustes von 50% noch einen geringeren Verlust haben und Geld sparen.

Hier muss man mit der Zeit eigene Erfahrungswerte bekommen.

So geht meine Knock-Out-Zertifikate-Strategie in der Praxis!

Ich nutze die OnVista-App und Arvida.de für aktuelle Nachrichten über Aktien aus allen möglichen Branchen.

Finde ich eine interessante Nachricht, prüfe ich das die Zahlen und den Chart mit dem Analyse-Tool Tradingview.

Passen alle Kriterien, suche ich mit der OnVista-App nach einem passenden Knock-Out-Zertifikat.

Die Gebühren muss man bei jedem Zertifikat vor Kaufbestätigung prüfen, da diese unter Umständen sehr teuer sind.

Meine Knock-Out-Zertifikate-Strategie [+1300€ Gewinn] - Trendbetter.de - Aktien & Börse

Das Goldman-Sachs-Zertifikat GH5RWH hat einen Hebel von 9.00 kostet allerdings hohe Gebühren von 45 Euro beim Kauf und 4 Euro beim Verkauf.

Hinzu kommen die 149,12 Euro Haltekosten pro Jahr, was im Schnitt 0,41 Euro pro Tag sind.

Hohe Gebühren sind bei Zertifikaten oft nicht zu vermeiden. Daher muss man schauen, welches Zertifikat das beste Preis-Leistungs-Verhältnis hat.

Ich würde nie mehr als 10% des Kaufpreises an Gebühren zahlen, sonst wird man damit nicht viel Profit machen.

Deswegen muss man auch ganz genau checken, welche Kosten beim Kauf auf einen Zukommen.

Grundsätzlich gilt: Je höher der Hebel, desto höher die Gebühren.

Die meisten Broker haben einen speziellen Zertifikat-Partner, dessen Papiere dann wesentlich günstiger zu handeln sind.

Bei manchen Brokern wie Trade Republic zum Beispiel können außerhalb des Börsenhandels zwischen 9 Uhr und 17 Uhr zusätzliche Kosten anfallen oder es ist in dieser Zeit überhaupt kein Handel möglich.

Außerdem haben nicht alle Broker die gleichen Zertifikate im Angebot. Trade Republic hat zum Beispiel nur sehr wenige Zertifikate, bei OnVista zahlt man dafür relativ hohe Gebühren.

Ich werde dich hier auf dieser Webseite, in unseren YouTube-Videos und per E-Mail gerne auf dem Laufenden halten, wie sich dieses Depot entwickelt.

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