Knock Out Zertifikate Short – auf fallende Kurse setzen

Knock-Out-Zertifikate kann man nutzen um long (steigende Kurse) oder short (fallende Kurse) um ein Vielfaches von der Kursbewegung einer Aktie zu profitieren. Gerarade das Shorten von Aktien ist mit Knock-Out-Zertifikaten sehr beliebt.

Aktien mit Knock-Out-Zertifikaten shorten

Wenn wir davon ausgehen, dass eine bestimmte Aktie ihren Zenit erreicht hat und in den nächsten Tagen und Wochen der Aktienkurs fallen wird, können wir davon profitieren, in dem wir mit einem Knock-Out-Zertifikat Short gehen.

Das bedeutet, wir setzen mit einem Hebel auf fallende Kurse. Beträgt unser Hebel 10, gewinnen wir bei einem Kursverlust von -1% der Aktie ganze +10%.

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Wie kann man mit Knock-Out-Zertifikaten Short gehen?

Um mit Knock-Out-Zertifikaten short zu gehen, musst du bei deinem Online-Broker einen Basiswert (Aktie) auswählen. Dann auf die Option “Derivate” oder “Knock-Out-Zertifikate” gehen und “Short” (oder “Bearish” auswählen.

Aus dem Angebot zahlreicher Anbieter kann man dann je nach Hebel, Spread und Knock-Out-Schwelle das gewünschte Short-Zertifikat auswählen.

Wie man mit Knock-Out-Zertifikaten short geht habe ich am Beispiel von Trade Republic in diesem Video erklärt.

VIDEO: Mit Knock-Out-Zertifikaten short gehen bei Trade Republic

Wann sollte man mit Knock-Out-Zertifikaten short gehen?

Das Timing beim Aktien shorten ist etwas schwieriger als Hebel-Zertifikate auf steigende Kurse zu kaufen. Vom Prinzip ist es das gleiche. Allerdings sollte man auf den Trend achten, um nicht gegen die allgemeine Markterwartung viel Geld zu verlieren.

Da die Aktienkurse der meisten Unternehmen über einen längeren Zeitraum steigen, geht man mit Knock-Out-Zertifikaten auf fallende Kurse ein höheres Risiko ein, das man gut begründen sollte.

Im Bärenmarkt, wenn der allgemeine Trend an den Aktienmärkten nach unten zeigt, wie das im März 2020 zu Beginn der Corona-Pandemie der Fall war, ist es eine gute Möglichkeit mit Knock-Out-Zertifikaten short zu gehen.

Ebenso, wenn ein Unternehmen für negative Schlagzeilen sorgt. So wäre ein Knock-Out-Zertifikat auf fallende Kurse der Wirecard-Aktie im Juni 2020 zu jedem Zeitpunkt eine lukrative Angelegenheit gewesen.

Doch nicht nur in diesen Extrem-Fällen kann es sich lohnen mit Knock-Out-Zertifikaten short zu gehen.

Aktien, die von einem Tag auf den anderen einen unverhältnismäßig starken Anstieg haben, kommen oft direkt am nächsten Tag wieder auf den Boden der Tatsachen zurück, weil viele Investoren bei einem starken Anstieg Kasse machen und damit der Kurs wieder fällt.

Knock-Out-Zertifikate Short mit RSI

Eine Möglichkeit das Shorten von Aktien zu timen ist der RSI (Relative Strength Index), der in Perioden gemessen wird. Der Standard-Index ist dabei der auf 14 Handelstage gemessene RSI14.

Ab einem Wert von RSI70 gilt eine Aktie als “Overbought” (überkauft) und tendiert dazu wieder zu fallen. Wir haben die besten Erfahrungen mit einem RSI über 80 gemacht. Dieser Wert wird selten erreicht, ist aber oft ein gutes Verkaufssignal. Wenn man auf Aktien mit einem RSI über 80 mit einem Knock-Out-Zertifikat short geht, kann man von fallenden Kursen profitieren.

Ausstieg nicht verpassen!

Die wenigsten Kurse werden es wie die Wirecard-Aktie machen und ohne Halt fallen. Deswegen ist hier eine gute Ausstiegsstrategie sehr wichtig. Ich würde einen Stop-Loss bei 1-3% (x Hebel) je nach eigener Strategie setzen.

Ich kenne Trader, die ab 1% Verlust die Position schließen, da sie größere Verluste vermeiden wollen und das Geld lieber in aussichtsreichere Trades investieren, die gleich von Anfang an die Investitionsthese bestätigen.

In verschiedenen Untersuchungen hat sich für mich ein Stop-Loss von 2.5% – 3% Verlust als optimal erwiesen. Meine persönliche Erfahrung ist, dass wenn ein Aktienkurs stärker absinkt, wird der Verlust nicht so schnell wieder aufgeholt.

Da wir Knock-Out-Zertifikate nur wenige Tage halten, wird es teuer, wenn man in der (falschen) Hoffnung auf Besserung beim Short den Ausstieg verpasst. Denn mit jedem weiteren Tag steigen die Gebühren und das Risiko, dass das Zertifikat wertlos wird. Das ist der Nachteil von Short-Zertifikaten gegenüber Long-Zertifikaten auf steigende Kurse, bei denen nach oben theoretisch keine Begrenzung besteht.

Empfehlung zu Short-Knock-Out-Zertifikaten

Ich würde nur denjenigen empfehlen mit Knock-Out-Zertifikaten Short zu gehen, die bereits eine Aktien-Strategie auf fallende Kurse erfolgreich getestet haben und Einstiege und Ausstiege genau timen können, um über einen längeren Zeitraum profitabel zu sein.

Denn, wer keine gewinnbringende Strategie hat, wird mit dem Shorten von Knock-Out-Zertifikaten sehr viel verlieren.