MONATSANFANGS-EFFEKT IM DAX

Der „Monatsende-Effekt“ bezeichnet die statistische Auffälligkeit, dass Aktienkurse in den letzten und ersten Tagen des Monats steigen. Ich habe das Prinzip als „Monatsanfangs-Effekt“ im DAX der letzten beiden Jahre untersucht.

VIDEO: DAX REKORD-KURS ÜBER 15.000

Der Monatsende-Effekt wurde schon diverse Mal wissenschaftlich untersucht. Der Grund für die Existenz des Monatsende-Effekts mit steigenden Börsenkursen ist einfach: Der Zahltag naht.

Arbeitnehmer bekommen Gehälter, Renten werden fällig, frisches Geld kann in den Aktienmarkt gesteckt werden. Oft geschieht das vollautomatisch mit Sparplänen.

Für die Bewegung am Monatsende sorgen Groß-Investoren, die zum Ende eines Monats ihre Bilanz aufpolieren wollen. Bei dem als „Window Dressing“ bekannten Phänomen wird die Zusammensetzung großer Fonds und Versicherungsportfolios angepasst.

DER MONATSENDE-EFFEKT IM DAX

In den letzten 6 Monaten konnte man im DAX Performance Index den Monatsende-Effekt gut beobachten.

An jedem Monatsende verlor der DAX in der letzten Woche des Monats Punkte.

Der Monatserste stellte die Wende dar und sorgte für einen Aufschwung, der über den vorherigen Stand hinausging und meist die erste Börsenwoche des neuen Monats andauerte.

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Besonders stark war der Monatsende-Effekt Ende Oktober und Anfang November 2020. Durch den Beginn des 2. Lockdowns wurden ab 23. Oktober Aktien im großen Stil verkauft. Ab 1. November ging es dann aber fast V-förmig wieder nach oben und noch weiter über die Dauer der ersten beiden November-Wochen.

Dafür war der Monatsende-Effekt Ende November so gering wie sonst in keinem anderen der letzten 6 DAX-Monate.

Im Jahr 2021 haben wir dann in jedem Monat einen Monatsende-Effekt gesehen, angefangen mit dem Jahresende 2020, als ab 28. Dezember der DAX fiel und dann ab 1. Januar wieder stieg.

Von 26. Januar bis 4. Februar war der Monats-Wechsel-Effekt besonders stark.

Durch den kürzeren Monat Februar setzte der Monats-Ende-Effekt bereits am 24. ein.

Jetzt sind wir am Freitag, 26. März mit einem steigenden DAX ins Wochenende gegangen.

Monatsende-Effekt mit Hebel-Zertifikat auf DAX nutzen

Sollte sich der Monatsende-Effekt bewahrheiten, wird der DAX zu Wochenbeginn am Montag, 28. März 2021 bis zum 1. April am Donnerstag fallen.

Hinzu kommt, dass der DAX in den letzten Wochen TROTZ STEIGENDER CORONA-INFEKTIONEN UND VERSCHÄRFUNG DES LOCKDOWNS auf Rekordkurs war. Eine Verschnaufpause ist längst überfällig.

Hinzu kommt, dass Ostern vor der Tür steht und der Freitag, 2. April Feiertag ist (Karfreitag).

Bis dahin kann der Dax schön fallen und dann neuen Anlauf mit frischen Geld nehmen.

Ich habe mir ein DAX-Short-Zertifikat mit einem Hebel von 9 gekauft. Das bedeutet, dass jedes Prozent, das der DAX fällt verneunfacht wird.

Angenommen der DAX fällt um 2%, mache ich 18% Gewinn. Steigt der DAX unüblicherweise über Ostern weiter, mache ich pro Prozent einen Verlust von 9%.

Der erstmögliche Verkaufstag wird der Dienstag, 6. April sein, da auch am Ostermontag 5. April kein Handel an der Börse stattfinden wird.

2020 war am April-Anfang nicht Ostern. Dennoch war ein klarer Monatsende-Effekt zu erkennen.

Von 31. März auf 1. April fiel der Dax um fast 400 Punkte bzw. 4%. Bei einem 9er-Hebel wäre das ein Gewinn von 36%.

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Obwohl ich eigentlich gerne auf fallende Kurse setze, muss ich den Monatsanfangs-Effekt anerkennen.

Von 1. April 2020 an stieg der DAX innerhalb von 2 Wochen um 11%.

Sich am 1. des Monats ein Long-Zertifikat mit Hebel auf den DAX Performance Index zu holen ist also in den vergangenen Monaten eine sehr erfolgreiche Strategie gewesen.

Durch die DAX-Rallye seit dem Corona-Crash im März 2020 hätte man auf diese Weise einen schönen Profit gemacht.

Wie sah der Monatsende-Effekt vor Corona im Jahr 2019 aus?

Um den Monatsende-Effekt auf die Dauer eines Jahres zu bemessen, schauen wir uns den DAX-Verlauf des Jahres 2019 genauer an.

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Dabei fällt auf, dass wir mit steigenden Dax-Kursen zum 1. des Monats mehr als doppelt soviel Gewinn gemacht hätten als mit DAX-Short am Monatsende. Deswegen müsste man diesen Effekt eigentlich „Monatsanfangs-Effekt“ nennen.

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In dieser Tabelle habe ich in der Spalte B „ENDE“ den höchsten Kurs zum Monatsende festgehalten, bevor der DAX-Kurs zum Monatsersten (Spalte C) fiel. So stellte der Monatserste fast immer einen zwischenzeitlichen Tiefpunkt dar, von dem an es wieder aufwärts ging.

In der Spalte D (Anfang) steht der Kurs, bis zu dem der DAX im Laufe der ersten ein, zwei Wochen stieg, ehe er wieder entscheidend Punkte verlor. In diesem fiktiven Beispiel würde ich die DAX-Position mit einem Trailing-Stop versehen, der nachgezogen wird, wenn der DAX steigt. Eine Verkaufsorder würde ausgelöst werden, wenn der DAX unter eine gewisse Schwelle sinkt.

Natürlich würde man in der Realität ohne das Wissen aus der Zukunft nicht immer den idealen Zeitpunkt zum Verkauf finden und damit nicht auf die idealen 30,81 % Gewinn kommen. Zieht man jeweils 0,5 – 1% ab, ergeben sich aber immer noch gute 20 – 25% Gewinn mit dieser simplen Strategie.

Man hätte eine ähnliche Summe auch mit einem einmaligen Investment am Jahresanfang erzielt oder einem monatlichen Investment in einen DAX-ETF, da der DAX 2019 konstant gestiegen ist und im Jahresverlauf rund 30% hinzu gewonnen hat.

Also warum der ganze Aufwand?!? Fragst du zu Recht und ich war auch schon enttäuscht, dass ich jetzt soviel gerechnet hatte, ohne einen signifikanten Gewinn im Vergleich zu stinknormalen Investments zu erzielen.

VORTEIL DES MONATSANFANGS-EFFEKTS

Wir müssen nur ein Jahr weiter schauen. 2020. Das Corona-Jahr!

Wenn der DAX nicht wie an der Schnur gezogen von Rekord zu Rekord hüpft, schlägt die Stunde der Monatsanfangs-Effekte!

2020 brach der DAX massiv ein und machte deswegen in der Summe von 1. Januar bis 31. Dezember nur knapp 4% Gewinn. Besser als nichts. Aber Nichts im Vergleich zu dem Gewinn, den man mit der Monatsanfangs-Effekt-Strategie gemacht hätte!

Wer jeden Monatsersten einen ETF-Sparplan auf DAX-Index-Papiere ausgelöst hätte, stünde auch nach dem Corona-Jahr ganz gut da. Dennoch wären hohe Verluste zwischen Januar und April mit eingeflossen, als der DAX unter10.000 Punkte fiel.

So sieht das ganze mit Monatsanfangs-Effekten im Jahr 2020 aus:

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Aus 10.000 Euro Anfangsinvestment mit kompletter Re-Investition am 1. jedes Monats und Verkauf ein paar Tage später nach dem erneuten Absinken des DAX-Kurses, eine Rendite von 72,70% erzielt.

So hätte man 2020 trotz Corona in JEDEM MONAT GEWINN GEMACHT!

Sogar die Monate März und April, als alle Aktien extrem einbrachen, hätte man mit Glück im Plus beendet, weil es an den Monatsersten dennoch mit dem DAX bergauf ging.

FAZIT ZUM MONATSANFANGS-EFFEKT

Boomende Wirtschaften wie die deutsche oder amerikanische kennen nur Wachstum. Drei Krisen in 15 Jahren sind im Nachhinein kaum mehr der Rede wert, wenn man sieht, wie sich der DAX seit 2008 entwickelt und den kurzzeitigen Rückschlag von Corona längst zu einem Allzeit-Hoch umgewandelt hat.

Ich wollte eigentlich zeigen, dass der DAX-Kurs zum Monatsende fällt. Das ist mir zwar gelungen, aber die eigentliche Erkenntnis ist, dass es mehr Sinn macht am 1. des Monats eine Kauforder für DAX-ETFs auszulösen und diese endlos zu halten – wenn man ein klassischer Investor ist.

Wenn man allerdings, wie ich gerne optimiert und in volatilen und bearishen Märkten ebenfalls einen Gewinn erzielt, stellen die Monatsanfangs-Effekte eine einfache und fast schon geniale Möglichkeit dar profitabel zu investieren.

Nimmt man dazu noch Hebelzertifikate mit Faktor 2 bis 4, erhöht man die Rendite zusätzlich bei relativ geringem Risiko.

Ich freue mich auf den nächsten Monatsanfang-Effekt – Wie schauts bei dir aus?

Das ist keine Kaufempfehlung, sondern nur die Dokumentation meines eigenen Geldes.