Ørsted Aktie-Analyse & Prognose: Kaufen oder nicht? - Trendbetter.de

Die Ørsted Aktie Analyse: Ist der Weltmarktführer für Offshore-Windenergie nach dem Absturz jetzt ein Kauf oder ein fallendes Messer? Erfahre hier die ungeschminkte Wahrheit.


Aktien-Analyse und Prognose von Ørsted

Ørsted Aktie-Analyse & Prognose: Kaufen oder nicht? - Trendbetter.de

Der Wind hat sich gedreht – aber in welche Richtung? Ørsted, einst der Liebling aller ESG-Fonds und grünen Anleger, hat eine brutale Talfahrt hinter sich. Wir sprechen hier nicht von einer kleinen Delle, sondern von einem massiven Vertrauensverlust, ausgelöst durch Zinsanstiege, Lieferkettenprobleme und Milliardenabschreibungen in den USA.

Was würdest DU tun?
?

Doch genau hier trennt sich der strategische Investor vom panischen Zocker. Während die Herde noch ihre Wunden leckt, schauen wir in den Maschinenraum der Dänen. Ist das Geschäftsmodell kaputt, oder sehen wir hier die Kaufchance des Jahrzehnts? Ich nehme dich mit auf einen Deep Dive.

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Was ist das Besondere an der Aktie?

Ørsted ist nicht irgendein Energieversorger. Sie sind der globale Marktführer im Bereich Offshore-Windenergie. Sie haben sich vom schwarzen Schaf (DONG Energy – Öl & Gas) zum grünsten Energieunternehmen der Welt transformiert. Das Besondere: Ørsted baut, besitzt und betreibt Windparks auf dem Meer – dort, wo der Wind am stärksten weht und die Projekte Milliarden kosten. Das ist Champions League, kein Kreisliga-Solarpark auf dem Garagendach.

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3 Take-aways gleich zu Beginn

  1. Turnaround-Kandidat: Die Aktie wurde massiv abgestraft. Viel Negatives (US-Projekte) ist bereits eingepreist.
  2. Zins-Sensitivität: Ørsted ist eine Wette auf sinkende Zinsen. Fallen die Zinsen, steigen die Margen der Projekte sofort.
  3. Monopol-Stellung: Niemand hat so viel Erfahrung und Skaleneffekte im Offshore-Wind wie Ørsted.

1. 🏎️ Fundamentalanalyse der Ørsted Aktie

Lass uns die Motorhaube öffnen. Blubbert hier ein V8 oder stottert ein Zweitakter?

KGV und KUV: Bewertung im Keller?

Historisch gesehen wurde Ørsted mit extrem hohen Multiples gehandelt (KGV von 30-40 war normal). Nach dem Crash sieht das anders aus.

  • KUV (Kurs-Umsatz-Verhältnis): Aktuell liegt das KUV oft deutlich unter 2,0. Im Vergleich zur Historie (oft über 4-5) wirkt das günstig. Aber Vorsicht: Umsatz ist Eitelkeit, Gewinn ist Gesundheit.
  • KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis): Aufgrund der massiven Abschreibungen (Impairments) in 2023/24 ist das historische KGV verzerrt oder gar negativ. Wir müssen auf das Forward KGV (erwarteter Gewinn) schauen. Liegt dieses im Bereich von 15-20, ist das für einen Marktführer mit Wachstumspotenzial attraktiv – vorausgesetzt, die Gewinne sprudeln wieder.

Das PEG-Ratio: Schnäppchen oder Falle?

Das PEG-Ratio (Price-Earnings-Growth) ist mein liebstes Werkzeug, um Wachstum ins Verhältnis zum Preis zu setzen.

  • Rechnung: Nehmen wir ein geschätztes Forward KGV von 18 an.
  • Wachstum: Ørsted plant langfristig ein EBITDA-Wachstum. Wenn wir konservativ von 10-12% jährlichem Gewinnwachstum ausgehen (nach der Stabilisierung).
  • Ergebnis: 18 / 12 = 1,5.
  • Bewertung: Ein PEG von 1,5 ist kein absolutes Schnäppchen (das wäre unter 1,0), aber für einen „Wide Moat“-Player (Unternehmen mit Burggraben) im Infrastrukturbereich absolut fair. Es ist nicht überteuert, aber du bekommst es auch nicht geschenkt.

Free Cashflow: Ist genug „Benzin“ im Tank?

Hier liegt der Hund begraben. Ørsted ist extrem kapitalintensiv. Bevor der erste Euro fließt, müssen Milliarden im Meer versenkt werden.

Video: Aktuelle Aktien-Analyse

  • Der operative Cashflow ist meist stark.
  • Aber: Der Free Cashflow (FCF) war oft negativ, weil die Investitionen (CAPEX) so gigantisch sind.
  • Dein Check: Achte darauf, ob Ørsted Projekte farm-down (Anteile verkaufen) kann. Das ist ihr Modell: Bauen, 50% verkaufen, Cash recyceln. Funktioniert dieser Markt nicht (weil Käufer fehlen), trocknet der Tank aus. Aktuell bessert sich die Lage, aber der Cashflow bleibt die Achillesferse.

Red Flags im Geschäftsbericht 🚩

  • Impairments (Abschreibungen): Die Milliardenverluste in den USA waren ein Weckruf. Sind wirklich alle „Leichen im Keller“ gefunden? Achte auf das Kleingedruckte zu „Onerous Contracts“ (drohende Verluste aus Verträgen).
  • Schuldenstand: Die Nettoverschuldung ist gestiegen, um das Wachstum zu finanzieren. In Zeiten hoher Zinsen drückt das den Gewinn.

2. 📉 Technische Analyse der Ørsted Aktie: Den perfekten Einstieg finden

Fundamentaldaten sagen dir, was du kaufen sollst. Der Chart sagt dir, wann.

GD200: Trendcheck

Wo notiert der Kurs im Vergleich zur 200-Tage-Linie (GD200)?

  • Szenario A (Kurs darunter): Wir sind im Bärenmarkt. Jeder Anstieg wird verkauft. Hier ins „fallende Messer“ zu greifen, ist gefährlich. Warte auf eine Bodenbildung!
  • Szenario B (Kurs darüber): Die Bullen haben das Ruder übernommen.
  • Aktuelle Lage: Ørsted kämpft oft mit dieser Linie. Ein nachhaltiger Ausbruch über den GD200 wäre das Kaufsignal, auf das institutionelle Anleger warten.

Unterstützungs- und Widerstandszonen

  • Support: Achte auf die Tiefststände des „Schock-Jahres“. Wenn diese Zone (oft psychologische Marken wie 300 oder 350 DKK – je nach aktuellem Kurs) hält, ist das ein massiver Boden.
  • Widerstand: Alte Hochs und Zonen, wo viele Anleger „feststecken“ und nur noch breakeven rauswollen. Diese liegen oft gestaffelt auf dem Weg nach oben.

RSI & MACD

  • RSI: Ist er unter 30? Dann ist die Aktie „überverkauft“ – gut für einen kurzfristigen Rebound.
  • MACD: Achte auf ein „Bullish Crossover“ (die schnelle Linie kreuzt die langsame von unten nach oben) im Wochenchart. Das ist bei Turnaround-Werten oft das verlässlichste Signal für eine langfristige Trendwende.

3. 🏰 Der Burggraben (Moat): Buffetts Lieblingsdisziplin

Warum kann nicht einfach jeder Windräder ins Meer stellen?

Was würdest DU tun?
?
  1. Skaleneffekte (Economy of Scale): Ørsted ist der Riese. Sie kaufen Turbinen günstiger ein und haben spezialisierte Schiffe und Teams. Ein kleiner Player geht bei den Logistikkosten unter.
  2. Komplexität & Know-how: Ein Offshore-Windpark ist so komplex wie ein Raumfahrtprojekt. Ørsted hat Jahrzehnte Erfahrung mit den Tücken des Meeres (Salzwasser, Wellen, Wartung). Das ist ein enormer Wissensvorsprung (Intangible Assets).
  3. Hohe Eintrittsbarrieren: Du brauchst Milliarden an Vorfinanzierung und musst Jahre warten, bis der erste Strom fließt. Das hält lästige Start-up-Konkurrenz fern. Nur Öl-Multis (wie BP oder Shell) können hier angreifen, aber Ørsted hat den „First Mover“-Vorteil.

Fazit Burggraben: Breit und tief. Einer der stärksten im Energie-Sektor.


4. 👔 Management-Qualität: Der Nasenfaktor

Kann man Mads Nipper und seinem Team trauen?

  • Der CEO: Mads Nipper kam von Grundfos. Er wirkt integer, hat aber die volle Wucht der Krise abbekommen. Seine Kommunikation während des US-Desasters war teilweise unglücklich (Salamitaktik bei schlechten Nachrichten).
  • Capital Allocation: Hier gab es die Note „Mangelhaft“ in 2023. Man hat zu aggressiv expandiert, ohne Zinsrisiken abzusichern.
  • Der Strategiewechsel: Das Management hat nun (endlich!) reagiert: Projekte gestrichen, Dividende pausiert (zur Bilanzrettung), Fokus auf Kernmärkte. Das ist schmerzhaft, aber rational.
  • Skin in the Game: Der dänische Staat hält 50,1%. Das ist Fluch und Segen.
    • Segen: Ørsted geht nicht pleite. Der Staat steht dahinter.
    • Fluch: Politische Interessen können vor Rendite gehen.

5. 🎭 Sentiment-Analyse: Gegen die Herde wetten

  • Fear & Greed: Die Stimmung bei Erneuerbaren Energien war lange Zeit auf „Extreme Fear“. Analysten haben ihre Kursziele um die Wette gesenkt. Das ist genau das Umfeld, das strategische Investoren lieben. „Be greedy when others are fearful.“
  • Hype-Faktor: Der ESG-Hype von 2020/21 ist komplett verflogen. Die „Touristen“ sind raus aus der Aktie. Jetzt sind nur noch die drin, die an die Substanz glauben oder Verluste aussitzen.
  • Short-Interest: Hedgefonds haben Ørsted gerne geshortet, um auf steigende Zinsen zu wetten. Wenn die Zinsen fallen, müssen diese Leerverkäufer ihre Positionen decken (kaufen). Das kann zu einem Short Squeeze führen und den Kurs treiben.

6. 💸 Dividenden-Check: Vorsicht Falle!

Hier musst du stark sein.

  • Status: Ørsted hat die Dividende zeitweise ausgesetzt (Dividendenpause 2023-2025 zur Bilanzsanierung).
  • Die Warnung: Kaufe Ørsted aktuell NICHT als Dividendenaktie. Wenn du regelmäßigen Cashflow brauchst, bist du hier falsch.
  • Die Perspektive: Sobald die Bilanz repariert ist, wird Ørsted wieder zahlen wollen. Aber das Ziel ist Wachstum, nicht Ausschüttung. Erwarte keine hohen Renditen („Yield Trap“ Gefahr in der Vergangenheit, jetzt eher Nullrunde).

7. 📝 Orsted Aktien-Prognose & Bewertung

Kommen wir zum Punkt. Butter bei die Fische.

Das Bullen-Szenario 🐂

Die Zinsen sinken, die Materialkosten normalisieren sich und Regierungen erhöhen ihre Ziele für Offshore-Wind (was sie müssen, um Klimaziele zu erreichen). Ørsted nutzt seine Marktführerschaft, baut profitabel und die Aktie verdoppelt sich vom Tief, weil die Bewertung wieder auf ein normales Niveau (KGV 20) steigt.

Das Bären-Szenario 🐻

Zinsen bleiben „higher for longer“. Weitere Projekte in den USA oder UK rechnen sich nicht. Es drohen Kapitalerhöhungen, die deine Anteile verwässern. Die Konkurrenz (Öl-Multis) drückt die Preise bei Auktionen so weit, dass keine Marge mehr übrig bleibt.

Meine klare Meinung

Ørsted ist ein klassischer „Fallen Angel“. Das Unternehmen ist kerngesund in seiner Technologie, hat sich aber finanziell übernommen. Die Sanierung läuft.

  • Für wen geeignet? Geduldige Investoren mit einem Zeithorizont von 5+ Jahren, die auf die Energiewende wetten und Volatilität (Kursschwankungen) aushalten.
  • Für wen nicht? Dividendenjäger und Zocker, die nächste Woche reich werden wollen.

Handlungsempfehlung:

  • Hast du sie schon? HALTEN. Jetzt zu verkaufen, wäre Kapitulation am Tiefpunkt (außer du brauchst das Geld oder findest gravierend bessere Chancen).
  • Hast du sie noch nicht? KAUFEN (Tranchen). Warte eine technische Bodenbildung ab und kaufe erste Positionen. Leg dir Cash zurück, um bei Rücksetzern nachzulegen.

Aktien-Rating: 7/10 (Abzug für Management-Fehler und Zinsrisiko, Bonus für Marktstellung und Turnaround-Potenzial).


Was würdest DU tun?
?
Marten Smarten
Marten Smarten Investigativer Journalist & Experte für nachhaltige Investments

Marten analysiert die Finanzmärkte kritisch und sucht nach echten Werten. Seine Überzeugung: Langfristiger Erfolg braucht Verantwortung – er setzt sich für einen sozialen Weg des Kapitalismus ein.

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