Die United Airlines Aktie Analyse: Ist der US-Gigant nach dem Turbulenzen-Jahrzehnt bereit für den endgültigen Steigflug oder droht die nächste Bruchlandung? Schnall dich an.
Aktien-Analyse und Prognose von United Airlines

Hand aufs Herz: Airlines waren lange Zeit das Grab für Anlegergeld. Warren Buffett hasste sie, dann kaufte er sie, dann verkaufte er sie mit Verlust. Aber United Airlines (UAL) unter CEO Scott Kirby ist anders. Sie wollen nicht mehr die billigsten sein, sondern die besten. Mit einer aggressiven Strategie („United Next“), Fokus auf Premium-Kunden und einem fast schon arroganten Selbstbewusstsein gegenüber der Konkurrenz (besonders American Airlines) poliert United sein Image auf.
Aber ist die Aktie jetzt, wo sie wieder Luft unter den Flügeln hat, ein Kauf? Oder zerschellt der Traum an hohen Kerosinpreisen und Boeing-Pannen? Hier ist der Flugplan für dein Depot.
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Was ist das Besondere an der Aktie?
United Airlines positioniert sich als Premium-Carrier. Während Billigflieger (Spirit, Frontier) straucheln, setzt United auf massive Business-Class-Einnahmen, internationale Langstrecken (wo die Margen fett sind) und ein Treueprogramm (MileagePlus), das so wertvoll ist, dass es fast als eigene Bank durchgehen könnte. Sie sind der „Global Player“ unter den US-Airlines.
3 Take-aways gleich zu Beginn
- Bewertungswunder: Mit einem KGV im mittleren einstelligen Bereich ist die Aktie auf dem Papier spottbillig – ein seltener Anblick im überhitzten US-Markt.
- Cashflow-Maschine: Nach den düsteren Covid-Jahren sprudelt der Free Cashflow wieder. Das Geld fließt in Schuldenabbau und Aktienrückkäufe.
- Boeing-Abhängigkeit: Das größte Risiko ist nicht United selbst, sondern ihr Lieferant Boeing. Wenn keine Flugzeuge kommen, kann United nicht wachsen.
1. 🏎️ Fundamentalanalyse der United Airlines Aktie
Lass uns in die Triebwerke schauen. Läuft der Motor rund?
KGV und KUV: Billiger als ein Economy-Ticket?
- KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis): United handelt oft zu einem KGV von 5 bis 7 (basierend auf geschätzten Gewinnen für 2026/27). Das sieht absurd günstig aus im Vergleich zum S&P 500 (KGV ~20).
- Der Haken: Airlines werden immer mit einem Abschlag gehandelt, weil das Geschäft zyklisch (konjunkturabhängig) und kapitalintensiv ist. Aber so ein Abschlag schreit nach Unterbewertung.
- KUV (Kurs-Umsatz-Verhältnis): Liegt oft unter 0,5. Du zahlst also nur 50 Cent für jeden Dollar Umsatz.
Das PEG-Ratio: Wachstum zum Discount-Preis
- Rechnung: Bei einem KGV von ca. 6 und einem erwarteten Gewinnwachstum von konservativen 8-10% (durch Effizienz und Rückkäufe).
- Ergebnis: 6 / 9 = 0,66.
- Bewertung: Ein PEG von unter 1,0 ist theoretisch ein Superschnäppchen. Der Markt glaubt offenbar nicht, dass United die Gewinne halten kann. Wenn sie es doch tun, ist das eine Neubewertungs-Chance (Multiple Expansion).
Free Cashflow: Genug Benzin im Tank?
Ja! United hat den Turnaround beim Cashflow geschafft.
- In 2024 wurden fast 4 Milliarden Dollar Free Cashflow generiert (nachdem in den Vorjahren massiv investiert wurde).
- Was machen sie damit? Keine Dividenden (siehe Punkt 6), aber Aktienrückkäufe. Das treibt den Gewinn pro Aktie künstlich nach oben. Gut für dich als Aktionär.
Red Flags im Geschäftsbericht 🚩
- Schulden: Die Nettoverschuldung ist immer noch hoch (Erbe von Corona). Steigende Zinsen schmerzen hier besonders.
- CAPEX-Welle: United hat hunderte neue Jets bestellt. Das kostet Milliarden. Wenn der Cashflow einbricht (z.B. neue Rezession), werden diese Bestellungen zur Last.
2. 📉 Technische Analyse: Den perfekten Einstieg finden
Ist der Runway frei für den Start?
Wo steht der Kurs (GD200)?
- Die Aktie notiert aktuell klar über der 200-Tage-Linie. Das ist ein langfristiger Aufwärtstrend.
- Die „Dips“ (Rücksetzer) zur 50-Tage-Linie wurden zuletzt immer wieder gekauft. Das zeigt institutionelles Interesse.
Unterstützungs- und Widerstandszonen
- Widerstand: Die psychologische Marke bei 100 USD wurde geknackt. Jetzt fungiert sie als Boden. Der Blick geht Richtung alter Hochs aus Vor-Corona-Zeiten.
- Unterstützung: Sollte der Kurs fallen, liegen starke Auffangnetze im Bereich 80-90 USD.
RSI & MACD
- RSI: Achte darauf, dass er im Wochenchart nicht dauerhaft über 70 („überkauft“) klebt. Aktuell zeigt er oft eine starke Dynamik, aber Pausen sind gesund.
- MACD: Ein positives Momentum bestätigt den Aufwärtstrend. Solange keine bärische Divergenz (Kurs steigt, Indikator fällt) auftritt, bleiben die Ampeln auf Grün.
3. 🏰 Der Burggraben (Moat): Nicht breit, aber tief
Airlines haben normalerweise keinen Burggraben (Preiskampf!). Hat United einen?
Video: Aktuelle Aktien-Analyse
- Das Netzwerk (Hubs): United dominiert in Top-Wirtschaftszentren: San Francisco (Tor nach Asien), Newark/NY (Finanzwelt), Houston (Öl/Energie), Chicago. Diese Slots sind Gold wert und für Konkurrenten kaum angreifbar.
- Loyalty-Programm: MileagePlus ist eine Cashcow. Kunden sind im „goldenen Käfig“ gefangen, weil sie ihren Status nicht verlieren wollen.
- Premium-Fokus: Durch die „Polaris“-Business Class und Premium Economy zieht United zahlungskräftige Kunden an, die nicht auf jeden Cent schauen. Das schützt (etwas) vor Preiskriegen mit Billigfliegern.
Fazit: Kein klassischer „Wide Moat“ wie bei Coca-Cola, aber der stärkste im US-Airline-Sektor (zusammen mit Delta).
4. 👔 Management-Qualität: Der Pilot im Cockpit
- Der CEO: Scott Kirby ist kein Diplomat, er ist ein Macher. Er gilt als einer der schlauesten Köpfe der Branche (früher bei American Airlines, dort rausgeworfen, jetzt Rachefeldzug). Er hat früh erkannt, dass Billigflieger scheitern werden und voll auf Premium gesetzt. Volltreffer.
- Capital Allocation: Kirby nutzt den Cashflow aggressiv für Aktienrückkäufe. Er kauft die eigene Firma, weil er sie für zu billig hält. Ein starkes Signal.
- Insider-Check: Es gab zuletzt einige Verkäufe (Profit-Taking nach dem Anstieg), aber Kirby hält weiterhin ein massives Aktienpaket. Er hat „Skin in the Game“.
- Kritik: Er lehnt sich manchmal weit aus dem Fenster (z.B. öffentliche Kritik an Boeing). Das ist ehrlich, birgt aber Konfliktpotenzial.
5. 🎭 Sentiment-Analyse: Die Angst fliegt mit
- Stimmung: Investoren trauen Airlines immer noch nicht ganz über den Weg („Die nächste Krise kommt bestimmt“). Das ist gut! Wenn alle euphorisch wären, wäre die Aktie schon doppelt so teuer. Wir klettern an einer „Mauer der Angst“ nach oben.
- Short-Interest: Liegt bei moderaten ~5%. Es gibt Skeptiker, aber keine massive Wette gegen das Unternehmen. Ein kleiner „Short Squeeze“ ist möglich, wenn die Gewinne weiter überraschen.
- Fear & Greed: Aktuell eher im Bereich „Gier“ bei Airline-Aktien, da der Ölpreis (Stand Anfang 2026) oft moderat geblieben ist.
6. 💸 Dividenden-Check: Fehlanzeige (mit Absicht)
- Status: United zahlt aktuell KEINE Dividende.
- Warum? Sie stecken jeden Cent in neue Flugzeuge und den Rückkauf eigener Aktien.
- Ist das schlecht? Nein. Bei der aktuellen Unterbewertung (KGV 6) ist ein Aktienrückkauf viel effektiver für dich als eine steuerpflichtige Dividende. Jede zurückgekaufte Aktie erhöht deinen Anteil am Gewinnkuchen.
- Warnung: Wenn du passives Einkommen suchst, fliege weiter zu anderen Sektoren (z.B. Versorger oder REITs).
7. 📝 Aktien-Prognose & Bewertung
United Airlines ist der „Value-Play“ am Himmel. Die Firma ist profitabler und strategisch besser aufgestellt, als der niedrige Aktienkurs vermuten lässt.
Das Bullen-Szenario 🐂
Die Wirtschaft in den USA landet weich („Soft Landing“), Geschäftsreisende buchen weiter Business Class, und der Ölpreis explodiert nicht. United nutzt die Boeing-Lieferprobleme der Konkurrenz (da sie selbst diversifizierter bestellen oder bevorzugt beliefert werden) und gewinnt Marktanteile. Das KGV expandiert auf 10. Kursziel: 150+ USD.
Das Bären-Szenario 🐻
Rezession. Niemand fliegt mehr First Class. Gleichzeitig schießt der Ölpreis durch geopolitische Krisen nach oben. Boeing liefert jahrelang kaum Flugzeuge, wodurch Uniteds Wachstumsplan („United Next“) kollabiert. Die Aktie fällt zurück auf den Buchwert.
Meine klare Meinung
Die Aktie ist zu günstig, um sie zu ignorieren. Das Risiko-Chancen-Verhältnis ist exzellent, wenn du Volatilität aushältst.
- Kaufen? Ja. Für wachstumsorientierte Value-Investoren. Ein KGV von unter 8 für einen Marktführer ist ein Geschenk des Marktes.
- Halten? Unbedingt. Lass die Gewinne laufen, solange der Trend intakt ist (über GD200).
- Verkaufen? Nur, wenn sich der Ölpreis verdoppelt oder eine neue Pandemie ausbricht.
Aktien-Rating: 8/10 (Hohe Punktzahl wegen extrem günstiger Bewertung und starker Marktposition. Abzug für die typischen Airline-Risiken wie Ölpreis und Zyklik).



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