PEG-Ratio berechnen & unterbewertete Aktien finden!

Das PEG-Ratio steht für Price-Earnings-Growth-Ratio (Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis). Wie man das PEG-Verhältnis berechnet und damit unterbewertete Aktien findet, zeigen wir dir in diesem Artikel!

BONUS: Sichere Dir jetzt unsere VIP-Liste mit den besten Aktien-Tipps 2022, die auch im Bärenmarkt steigen!

PEG-Ratio und andere wichtige Kennzahlen für Value-Investoren

Das PEG-Ratio ist eine der wichtigsten Finanzkennzahlen, mit denen Value-Investoren ein Unternehmen bewerten.

Neben dem PEG-Ratio achten die meisten Investoren bei der Fundamentalanalyse vor allem auf folgende anderen Kennzahlen:

etoro social trading banner
  • Gewinn pro Aktie (EPS)
  • Kurs-Gewinn-Verhältnis (P/E-Ratio)
  • Kurs-Buchwert-Verhältnis (P/B-Verhältnis)
  • Kurs/Gewinn-Wachstum (PEG-Verhältnis)

Was ist das PEG-Ratio?

Das PEG-Ratio (Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis) ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) einer Aktie geteilt durch die Wachstumsrate ihrer Gewinne in einem bestimmten Zeitraum (meist ein Jahr).

Das PEG-Verhältnis wird verwendet, um den Wert einer Aktie zu bestimmen, wobei auch das erwartete Gewinnwachstum des Unternehmens berücksichtigt wird.

Es wird davon ausgegangen, dass es ein vollständigeres Bild als das Standard-Kurs-Gewinn-Verhältnis liefert.

Das PEG-Verhältnis verbessert die Aussagekraft des KGVs, indem es das erwartete Gewinnwachstum in die Berechnung einbezieht.

Das PEG-Verhältnis gilt als Indikator für den wahren Wert einer Aktie. Ähnlich wie beim KGV kann ein niedrigeres PEG-Verhältnis darauf hinweisen, dass eine Aktie unterbewertet ist.

Das PEG-Verhältnis für ein bestimmtes Unternehmen kann sich von einer Quelle zur anderen erheblich unterscheiden, je nachdem, welche Wachstumsschätzung in die Berechnung einfließt, z. B. das für ein Jahr oder für drei Jahre prognostizierte Wachstum.

PEG Ratio berechnen

Man kann das PEG-Ratio berechnen, indem man erst das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) des betreffenden Unternehmens herausfindet oder selbst berechnet.

Viele Webseiten zeigen das KGV direkt an. Man sollte aber selbst die Werte berechnen, wenn man in die Aktie investieren will, da die Zahlen auf Webseiten falsch oder veraltet sein können.

Für das PEG-Ratio brauchen wir also das KGV und das Gewinnwachstum.

PEG-Ratio = KGV / Gewinnwachstum.

Das KGV wird berechnet, in dem man den Aktienkurs durch den Gewinn pro Aktie (Earnings per Share – kurz EPS) teilt.

Das Gewinnwachstum berechnet man auf Basis der beiden letzten Gewinnzahlen. Dazu zieht man den letztjährigen Gewinn vom aktuellen Gewinn ab. So hat man den Unterschied, wie viele mehr oder weniger Gewinn das Unternehmen im Vergleich zum vergangenen Jahr gemacht hat oder machen wird.

Danach teilt man dieses Ergebnis durch den letztjährigen Gewinn. So erhält man das prozentuale Gewinnwachstum.

Gewinnwachstum = (diesjähriger Gewinn – letztjähriger Gewinn) / letztjähriger Gewinn

Woher wissen wir das Gewinnwachsum?

Es gibt zwei allgemeine Ansätze, um das Gewinnwachstum auf Basis des Gewinnes eines Unternehmens zu berechnen.

Der erste besteht darin, die Gewinne eines Unternehmens aus dem vergangenen Jahr zu verwenden, was gemeinhin als TTM (für “trailing twelve months”) bezeichnet wird.

Der Vorteil dieses Ansatzes ist, dass er keine Schätzung erfordert. Die Gewinne der Vergangenheit werden in den Jahresabschlüssen des Unternehmens ausgewiesen. Der potenzielle Nachteil ist, dass die Erträge der Vergangenheit möglicherweise nicht die Zukunftsaussichten des Unternehmens widerspiegeln.

Daher ziehen es einige Anleger vor, die Konsensschätzung für die Gewinne eines Unternehmens im nächsten Jahr zu verwenden. Dieser Ansatz kann zwar die aktuelle Lage des Unternehmens besser widerspiegeln, erfordert aber eine Schätzung.

Folglich kann die Verwendung einer Schätzung der künftigen Erträge die Ergebnisse mit mehr Unsicherheiten behaftet sein.

Wachstumsrate

Wie bei den künftigen Erträgen sind auch für die künftige Wachstumsrate Schätzungen erforderlich. Man kann eine Wachstumsschätzung auf die Wachstumsraten der Vergangenheit stützen.

Auch wenn dies in einigen Fällen angemessen sein mag, sollte ein Anleger prüfen, ob die Wachstumsraten der Vergangenheit ein Indikator für die Zukunftsaussichten eines Unternehmens sind. Es kann gute Gründe für die Annahme geben, dass sich das zukünftige Wachstum verlangsamen oder beschleunigen wird.

Online-Broker Scalable Capital></a>
<div style=Online-Broker Smartbroker></a>
<br style=

Genauigkeit des PEG-Ratios

Wie bei jeder Kennzahl hängt auch die Genauigkeit der PEG-Ratio von den verwendeten Daten ab. Wenn wir das PEG-Verhältnis eines Unternehmens aus einer veröffentlichten Quelle betrachten, ist es wichtig, herauszufinden, welche Wachstumsrate bei der Berechnung verwendet wurde.

Die Kennzahl kann z. B. anhand der erwarteten einjährigen, dreijährigen oder fünfjährigen Wachstumsraten berechnet werden.

Die Verwendung historischer Wachstumsraten kann beispielsweise ein ungenaues PEG-Verhältnis ergeben, wenn erwartet wird, dass die künftigen Wachstumsraten vom historischen Wachstum eines Unternehmens abweichen.

Zur Unterscheidung zwischen Berechnungsmethoden, die das zukünftige Wachstum und das historische Wachstum verwenden, werden manchmal die Begriffe “Forward PEG” und “Trailing PEG” verwendet.

Was sagt das Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis aus?

Während ein niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) eine Aktie als einen guten Kauf erscheinen lässt, kann die Berücksichtigung der Wachstumsrate des Unternehmens eine andere Aussage treffen.

Wenn ein Unternehmen ein hohes KGV hat, gilt es als überbewertet. Bezieht man jedoch das Wachstum in die Berechnung ein, erhält man ein klareres Bild. Aktien mit hohen KGV sind also nicht zwangsläufig überbewertet, wenn sie auch ein hohes Gewinn-Wachstum erzielen. So kann man davon ausgehen, dass die Gewinne auch in Zukunft weiterwachsen und der Aktienkurs weiter steigen wird.

Je niedriger das PEG-Ratio ist, desto unterbewerteter ist die Aktie angesichts ihrer künftigen Gewinnerwartungen.

Das Ausmaß, in dem ein PEG-Ratio auf eine über- oder unterbewertete Aktie hinweist, variiert je nach Branche und Unternehmenstyp.

Als allgemeine Faustregel gilt, dass einige Anleger ein Unternehmen mit einem PEG-Ratio von unter eins als Value-Aktie sehen.

Das KGV und das erwartete Wachstum sollten gleich sein, damit das Unternehmen fair bewertet ist. Das entspricht einem PEG-Verhältnis von 1,0.

Peter Lynch – Investor-Legende

Wenn das PEG eines Unternehmens über 1,0 liegt, gilt es als überbewertet.

Eine Aktie mit einem PEG von weniger als 1,0 gilt als unterbewertet.

scalable capital gratis aktie

Was bedeutet ein negatives PEG?

Ein negatives PEG-Verhältnis bedeutet, dass das Kurs-Gewinn-Verhältnis negativ ist oder dass die Gewinne geringer werden.

Gehen wir etwas näher auf die einzelnen Faktoren ein, die ein negatives PEG-Verhältnis verursachen können:

Negatives Kurs-Gewinn-Verhältnis.

Ein negatives KGV kann nur bedeuten, dass das Unternehmen Verlust macht. In der Bilanz sind die Summe aller Ausgaben sind als die Summe aller Einnahmen.

Verluste sind niemals ein positives Vorzeichen. In diesem Fall sollten Sie genauer analysieren, ob das Unternehmen nur mit vorübergehenden Verlusten oder mit dauerhaften Problemen konfrontiert ist, die sich langfristig auf das Geschäft auswirken werden.

Das Gewinnwachstum ist negativ

Ein negatives Gewinnwachstum, d. h. ein Rückgang der Unternehmenserträge, kann selbst bei großen Unternehmen gelegentlich vorkommen und sollte nicht sofort in gleichem Maße wie ein negatives Ergebnis ein Warnsignal darstellen.

Selbst die stärksten Unternehmen jeder Branche können in Zeiten wirtschaftlicher Abschwünge, Krisen oder anderer finanzieller Schwierigkeiten von einem schwachen oder negativen Wachstum ihrer Erträge betroffen sein.

Ein Warnsignal ist es aber, wenn das Gewinnwachstum durchgehend negativ ist, d. h., wenn die Gewinne des Unternehmens im Laufe der Zeit sinken.

Wie ist ein negatives PEG-Verhältnis zu bewerten?

Ein negatives PEG-Verhältnis muss nicht unbedingt von vornherein schlecht sein. Wenn das negative PEG-Verhältnis auf eine geschätzte negative Wachstumsrate zurückzuführen ist, kann es sich lohnen, einen genaueren Blick auf das vergangene Ertragswachstum des Unternehmens zu werfen.

Wenn die Erträge abgesehen von der negativen Wachstumsrate beständig gewachsen sind, sollten wir vielleicht genauer untersuchen, warum die zukünftigen Annahmen in einem solchen Gegensatz zu den vergangenen Aufzeichnungen stehen.

Ein Unternehmen, das derzeit ein negatives PEG-Verhältnis aufweist, könnte beispielsweise auch ein starkes Gewinnwachstum in den letzten Jahren aufweisen.

Das deutet darauf hin, dass das Unternehmen nur vorübergehend in schlechter Verfassung ist. Eine Analyse der finanziellen Gesundheit des Unternehmens durch Auswertung der Bilanz kann zu weiteren Schlussfolgerungen führen.

Ist das negative PEG-Verhältnis jedoch das Ergebnis eines negativen Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV), sollte man sich die Ertragslage des Unternehmens genauer ansehen, da ein negatives KGV automatisch bedeutet, dass das Unternehmen über den gemessenen Zeitraum unrentabel war und Geld verloren hat.

Etoro CFD-Trading

Vorübergehende Faktoren oder dauerhafte Schwierigkeiten?

Viele Unternehmen können in bestimmten Phasen ihres Lebenszyklus mit Unrentabilität konfrontiert sein. Hier stellt sich die Frage, ob diese Verluste auf vorübergehende Faktoren oder auf dauerhafte Schwierigkeiten des Unternehmens zurückzuführen sind.

Ein kurzfristiges Ereignis, das zu negativen Gewinnen geführt hat, ist leichter zu vernachlässigen als eine grundlegende Veränderung, die sich langfristig negativ auf den Kern des Unternehmens auswirken wird.

Letztendlich hängen alle Schlussfolgerungen von den eigenen Anforderungen und Maßstäben ab, die wir für jede Aktie, die Sie analysieren wollen, anlegen.

Wenn Anleger nur nach Wachstums-Aktien mit beständigeem Ertragswachstum suchen bei denen auch mit einem weiteren Wachstum zu rechnen ist, sollte ein negatives PEG-Verhältnis für sie eindeutig ein ungünstiger Indikator sein.

Beispiel: PEG-Ratio von Tesla, Microsoft & Apple berechnen

Das PEG-Ratio liefert nützliche Informationen, um Unternehmen zu vergleichen und herauszufinden, welche Aktie unterbewertet und welche Aktie überbewertet sein könnte.

Nehmen wir als Beispiel die bekanntesten Aktien der Welt: Amazon und Apple.

PEG-Ratio von Tesla berechnen

Um die PEG-Ratio der Tesla-Aktie zu berechnen brauchen wir drei Kennzahlen, die wir von der Tradingview-Webseite holen.

  1. Aktienkurs: 1050 Dollar
  2. Gewinn pro Aktie in diesem Jahr bisher: 3,53 Dollar
  3. EPS letztes Jahr (2020): 0,74 Dollar

Anhand dieser Informationen lässt sich jetzt das PEG-Ratio der Tesla-Aktie berechnen.

Kurs-Gewinn-Verhältnis = 1050 / 3,53 = 297
Gewinnwachstumsrate = ($3,53 / $0,74) -1 = 377%
PEG-Ratio = 297 / 377 = 0,78

Angesichts eines exorbitant hohen KGV von 297 könnte man die Tesla-Aktie als extrem überbewertet sehen.

Setzt man das allerdings ins Verhältnis mit dem Gewinnwachstum von 377% kommt ein PEG-Ratio von 0,78 heraus.

Ist die Tesla-Aktie also unterbewertet?

Nein. Sicher nicht!

Sehr hohe Werte bei KGV und Gewinnwachstum können auch einmalige Sondereffekt sein!

Außerdem handelt es sich beim EPS von Tesla für 2021 um eine Schätzung! Das reale EPS kann niedriger ausfallen, dann ist das PEG-Ratio höher. Natürlich kann das EPS auch noch höher ausfallen, dann wäre das EPS um Umkehrschluss niedriger und die Aktie zum jetzigen Preis scheinbar noch attraktiver.

Hier sollte man unbedingt genauer hinschauen und die Daten vergangener Jahre mit einberechnen.

Bei Tesla sieht man auf einen Blick, dass der Gewinn pro Aktie (EPS) 2019 negativ war und bei -0,98 lag.

Damit war auch das KGV negativ!

Die Tesla Aktie entwickelte sich innerhalb eines Jahres von einem negativen KGV auf ein KGV von fast 300. Hört sich das realistisch an?

Warum ist die Tesla-Aktie dann so teuer?

Bei Tesla werden von vielen Investoren sehr hohe zukünftige Gewinner erwartet, die schon jetzt im Kurs eingerechnet sind.

Damit Tesla auf einen fairen Wert von 1 kommt, könnte der Gewinn im Jahr 2021 sogar weniger sein, als der erwartete von 3,53 Dollar!

Um einen langfristig fairen Preis für Tesla zu ermitteln ist das Gewinnwachstum über mehrere Jahre zu betrachten.

Konservative Investoren dürften argumentieren:

“Die Wachstumsraten und Gewinne der Zukunft kennen wir nicht. Basierend auf den Leistungen der Vergangenheit, ist Tesla auf einem guten Weg, ist aber stark überbewertet für ein Unternehmen, das gerade das zweite Jahr in Folge überhaupt Gewinne macht!”

Wachstumsunternehmen haben in der Regel höhere KGVs als Value-Unternehmen. Die Anleger sind bereit, für potenzielles Wachstum mehr zu zahlen. Wenn sich das Wachstumspotenzial bewahrheitet, sind hohe kurzfristige Preise nicht unbedingt ein Problem.

Es bleibt jedoch die Frage, wie viel ein Anleger bereit sein sollte, für Wachstum zu zahlen.

Ein Ansatz “Wachstum um jeden Preis” kann dazu führen, dass man selbst für ein großartiges Unternehmen zu viel bezahlt.

Das PEG-Verhältnis kann einem Anleger dabei helfen, die Wachstumsrate eines Unternehmens einzuschätzen.

PEG-Ratio von Apple berechnen

Als zweites berechnen wir das PEG-Ratio der Apple-Aktie.

Um die PEG-Ratio der Tesla-Aktie zu berechnen brauchen wir drei Kennzahlen, die wir von der Tradingview-Webseite holen.

  1. Aktienkurs: 170 Dollar
  2. Gewinn pro Aktie in diesem Jahr: 5,67 Dollar
  3. EPS letztes Jahr (2020): 3,31 Dollar

Jetzt berechnen wir das PEG-Ratio der Apple-Aktie:

Kurs-Gewinn-Verhältnis = 170 / 5,67 = 29,9
Gewinnwachstumsrate = (5,67 / 3,31) -1 = 71%
PEG-Ratio= 0,42

Apple hat mit 29,9 nur 10% des KGV von Tesla. Allerdings beträgt das Gewinnwachstum von Apple auch weniger mit 7!.

Das macht ein PEG-Ratio von nur 0,42.

Da Wachstum nicht alles ist und Apple seit Jahren beweist, dass es hohe Umsätze und Gewinne macht, kann man bei Apple wirklich von einer unterbewerteten Aktie sprechen.

Fazit zum PEG-Ratio

Das PEG-Verhältnis sagt meist nicht alles über die finanzielle Situation eines Unternehmens und damit den Wert ihrer Aktie aus.

Ein negatives PEG-Ratio kann auf bestimmte Probleme innerhalb des Unternehmens hinweisen, aber in den meisten Fällen müssen Sie die Finanzdaten weiter analysieren, um ein detaillierteres Bild des Unternehmens zu erhalten.

Wie jede andere Finanzkennzahl kann auch das PEG-Ratio nützlich sein, um auf einen ersten Blick unterbewertete Aktien zu finden.

Das PEG-Ratio sollte aber immer in Kombination mit anderen Kennzahlen und einem tiefer gehenden Ansatz zur Analyse des Unternehmens verwendet werden.

Schreibe einen Kommentar