Buy the Dip Strategie im Day Trading

“Buy the Dip” bedeutet, dass man ein Wertpapier kauft, wenn es einen signifikanten Kursrücksetzer erlebt. Wie man daraus eine Strategie bastelt, die für kurzfristige Anleger funktioniert, lernen wir vom Day Trading.

Prinzip für die Buy-the-Dip-Strategie

Die Strategie kann bei allen Arten von Vermögenswerten eingesetzt werden, einschließlich Aktien, Indizes, Währungen und Rohstoffen.

Ich habe bereits einen längeren Artikel über meine Short-Strategie von Hype-Aktien geschrieben. Dabei ging es darum überbewertete Hype-Aktien zu finden und auf deren fallenden Kurs zu wetten.

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Das Prinzip kann man aber auch auf steigende Kurse anwenden und daraus eine profitable Buy-The-Dip-Strategie entwickeln.

Statt bei hohen Aktienkursen auf einen fallenden Kurs zu setzen, kann man auch einen Kursanstieg als erstes Anzeichen einer Dip-Strategie sehen und nach einer Konsolidierung auf den nächsten Ausbruch nach oben setzen.

Warren Buffett ist ein großer Befürworter des Kaufs von Kursrückgängen bei amerikanischen Aktien. Er argumentiert, dass es fast unmöglich ist, mit Wetten auf die US-Wirtschaft falsch zu liegen, da sich der Aktienmarkt immer wieder erholt. Er erholte sich nach der Großen Depression, dem Crash von 1987, der Dot-Com-Blase und auch der letzten Finanzkrise.

Kein wirtschaftlich denkender Mensch will etwas zum überteuerten Preis kaufen.

Ein Dip ist an der Börse so etwas wie ein Sonderangebot. Sofern es sich um ein solides Wertpapier handelt.

Gründe für einen Dip

Ein Dip kann durch verschiedene Faktoren verursacht werden:

So kann ein Unternehmen beispielsweise…

  • ein schlechtes Quartal melden
  • seine Dividende kürzen
  • das Ableben eines Geschäftsführers bekannt geben
  • oder sogar ein Patent verlieren.

Auch kann ein Währungspaar stark fallen, nachdem die Zentralbank eine unerwartete Entscheidung getroffen hat.

In den meisten Fällen neigt der Markt zu einer Überreaktion, was die Buy-on-Dip-Strategie ideal macht.

Blind einen Dip zu kaufen ist allerdings gefährlich. Wenn man beim ersten Dip einsteigt und der Abwärtstrend noch gar nicht beendet ist, greift man ins sprichwörtliche “Fallende Messer”. Das ist finanziell schmerzhaft.

Deswegen brauchen wir einen Plan, wann wir nach einem Dip investieren.

Bei der “Buy the Dip”-Strategie gibt es mehrere Dinge zu beachten.

Wir suchen nach Werten, die einen langfristig starken Aufwärtstrend haben, aber kurzfristig stark sinken (Dip / Pullback).

Drittens müssen wir wissen, wie tief der Kursrückgang sein wird.

Hierfür gibt es mehrere Möglichkeiten.

WIE FINDET MAN AKIEN FÜR DIE BUY-THE-DIP-STRATEGIE?

Es gibt verschiedene Methoden, um gute Aktien für den Kauf bei einer Kursdelle zu finden.

AKTIEN-SCREENER

Wir können zum Beispiel einen Aktien-Screener nutzen, um Aktien zu finden, die innerhalb einer bestimmten Periode (Tag / Woche / Monat) stark gefallen sind, aber allgemein einen Aufwärtstrend zeigen.

Bei Tradingview kann man zum Beispiel die Filter folgendermaßen einstellen:

Buy the Dip Strategie im Day Trading - Trendbetter.de
  1. YTD-Performance Above 0 (in den letzten 12 Monaten mindestens 0% Kursgewinn)
  2. Change 1W% below -3 (Verlust in der letzten Wochen um mehr als -3%)
  3. Change 1H% above 0 (Kein Verlust in der letzten Stunde)

Damit können wir Aktien finden, die

  1. einen Aufwärtstrend haben (auf 12 Monate im Plus)
  2. einen Dip in dieser Woche hatten (Verlust in 1W%)
  3. jetzt wieder am steigen sind (weil sie in der letzten Stunde keinen Verlust gemacht haben)

Damit wir davon ausgehen, dass der Abwärtstrend vorbei ist, sollte der Dip groß sein und die Gegenreaktion bereits angelaufen sein.

WIE MAN ERKENNT, WIE LANGE EIN DIP ANHÄLT?

Das Fibonacci-Retracement ist ein wichtiges Instrument, das vor mehr als einem Jahrhundert von den Japanern entwickelt wurde.

Im Wesentlichen verwenden wir das Fibonacci-Tool und verbinden den höchsten und den niedrigsten Punkt. Danach werden wir mehrere Fibonacci-Linien sehen (50%, 78,6%, 61,8%, 38,2% und 23,6%). Wenn wir also einen starken Rückgang feststellen, sollten Sie diese Niveaus genau im Auge behalten.

Wenn der Kurs unter 23,6 % fällt, bedeutet dies, dass die Bären die Kontrolle haben, und wir sollten auf das nächste Niveau bei 38,2 % achten.

Bewegt er sich deutlich darunter, ist es noch nicht an der Zeit, zu kaufen.

Wenn der Kurs nach dem Erreichen der 38,2 %-Marke zu steigen beginnt, könnte dies ein Zeichen dafür sein, dass es an der Zeit ist, den Kursrückgang zu kaufen.

VERWENDUNG VON INDIKATOREN

Ein weiterer Ansatz für die Buy-the-Dip-Strategie ist die Verwendung technischer Indikatoren wie gleitende Durchschnitte, Donchian-Kanäle und Ichimoku-Wolken.

Wir können zum Beispiel einen gleitenden Durchschnitt verwenden, um zu erkennen, wann wir eine Aktien kaufen sollten.

Wenn eine Aktie über einen längeren Zeitraum über dem gleitenden 100-Tage-Durchschnitt bleibt, können wir bei einem größeren Kursrückgang immer dann kaufen, wenn der gleitende 100-Tage-Durchschnitt erreicht wird.

IST ES EINE GUTE IDEE, DEN DIP ZU KAUFEN?

Der Dip-Kauf ist für die meisten Menschen eine gute Idee. Dennoch birgt sie ihre eigenen Risiken, insbesondere wenn sie von Anfängern genutzt wird.

Das größte Risiko besteht darin, einen Vermögenswert zu kaufen, dessen Preis sich nicht innerhalb eines kurzen Zeitraums erholen wird.

Das zweite Risiko besteht darin, dass die verwendeten Strategien nicht immer funktionieren. So kann man beispielsweise kaufen, wenn der Kurs das 50 %-Retracement-Niveau erreicht, in der Hoffnung, dass er sich wieder erholen wird. In manchen Fällen fällt der Kurs weiter und ignoriert das Fibonacci-Niveau.

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