Warum ich mich über verpasste Chancen nicht mehr ärgere!

Wie ich diese Krypto-Pisser hasse! Jeden Tag kommt ein weiterer hinzu, der mir erzählt, dass er jetzt ein bißchen Geld mit Bitcoin oder anderen Kryptowährungen gemacht hat. Für jemanden, der sich intensiv und seit Jahren mit Finanzen, Börse und Aktien beschäftigt ist das ein Schlag ins Gesicht. Ich fühle mich in meiner Intelligenz beleidigt, wenn mir jemand von seinen grandiosen Erfolgen mit Bitcoin erzählt. “Glückwunsch zu deinem Riecher! Aber ich beneide dich nicht mehr.”

Warum ich nicht in Bitcoin investiert habe

Bitcoin Hype

Ich habe für mich entschlossen, dass ich nicht in Bitcoin investiere, weil ich es

  1. nicht verstehe
  2. nicht verstehen will
  3. es mir mit diesem Wallet-Quatsch zu umständlich ist
  4. nicht dran glaube und
  5. mir der Preis zu hoch war.

Es gibt Situationen, da kann man seine Sicht ändern. In diesem Fall, bin ich aber nach wie vor der Meinung, dass meine Entscheidung damals richtig war.

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Denn in vielen Dingen, sollte man sich nicht über Entscheidungen ärgern, die man damals aus guten Gründen getroffen hat. Vor allem: Es bringt nichts und man kann es nicht rückgängig machen. Man kann nur daraus lernen oder feststellen, dass man trotzdem die richtige Entscheidung getroffen hat.

Ein guter Freund von mir ist Statistiker mit Doktortitel. Er hat beinahe weinerlich über eine verpasste Chance lamentiert. Das hat mich zu diesem Artikel inspiriert.

Natürlich ist es als Zukunfts-Ich leicht Fehler in der Vergangenheit zu finden. Das ist aber überheblich und bringt niemanden weiter. Denn hätte man alle heutigen Infos schon zu einem Zeitpunkt in der Vergangenheit gehabt, hätte man sich ja anders entschieden.

Aus diesem Zeitproblem heraus, sollte man sich nicht über die maßen über vermeintliche Fehler ärgern. Vor allem, wenn es gar keine richtigen Fehler waren, sondern eine logische Schlussfolgerung, die man immer wieder so treffen würde.

Was ist deine Bitcoin-Zahl?

Bitcoin Blase

Wenn ich Leute treffe, die wie ich Bitcoin-Leugner sind, frage ich gerne:

Was ist deine Bitcoin-Zahl, bei der du nicht eingestiegen bist?

Bei mir ist es 6000.

Ich schätze es war so im Jahr 2018, als ich mit meinem bereits erwähnten Statistik-Freund einen damals schon späten Einstieg in Bitcoin erwägte. Als schon alle inklusive des Taxifahrers und meiner Mutter über Bitcoin redeten, kamen wir aber zu dem Entschluss, dass wir jetzt auch nicht mehr einsteigen müssen.

Das kann funktionieren, aber das kann auch extrem schnell in die Hose gehen, wie bei den Meme-Aktien. Manche profitieren extrem, aber wer zu spät eingestiegen ist, hat ein extrem hohes Risiko im Vergleich zu geringen Chancen. Viele zahlen, damit wenige profitieren. Das ist wie beim Lotto.

Natürlich können diejenigen sich als Gewinner fühlen, die Glück hatten. Angesichts des aktuellen Standes von 60.000 Euro scheint es ein großer Fehler gewesen zu sein, dass ich damals nicht ein paar Bitcoins gekauft habe. Das ist aber eine sehr naive, kurzsichtige und dumme Betrachtungsweise, denn

  1. es konnte niemand damals wissen, dass es wirklich so kommt, wie es gekommen ist
  2. ich wäre bestimmt irgendwo bei ersten größeren Kursrücksetzer ausgestiegen. Angesichts meiner Nervosität bei Kursrückgängen hätte ich bestimmt nicht gewartet, bis der Kurs so hoch steigt und niemals verzehnfacht. Ich bin einfach kein Langzeit-Investor. Ich will Action! Ich will Kapital arbeiten lassen. Ich will Verluste klein halten und verkaufe beim ersten größeren Kursrücksetzer.
  3. als Kleinanleger hätte man damals vielleicht 1-2 Bitcoins gekauft und aus 6.000 Euro oder 12.000 Euro das Zehnfache gemacht. Das wäre natürlich schön gewesen, aber ist auch nicht weltverändernd. Ob ich jetzt 10.000 oder 100.000 Euro habe ist in München relativ egal. Interessant wird erst, wenn man eine Million hat. Und dafür hätte man schon wesentlich früher einsteigen müssen. Oder man hätte schon einen Millionenbetrag auf dem Konto haben müssen um einen risikofreien Bruchteil davon in Bitcoin investieren zu können und damit nennenswerte Summen zu erlösen.
  4. Und wann verkauft man dann? Wenn man in Rente geht? Einen Bruchteil, wenn man etwas kaufen will? Oder alles, wenn man in ein Eigenheim investiert? Oder wie ich, wenn der erste Einbruch von 5-10% kommt.

Fazit: Bitcoin ist ein Hype. Und Hypes sind immer scheiße.

Außer, man hat den Hype frühzeitig erkannt. Dann Glückwunsch. Für alle, die zu spät auf den Zug aufspringen ist es eine Lotterie.

Alles in allem sehe ich es so, dass man Entscheidungen aus der Vergangenheit nicht nachtrauen sollte und vor allem diese nicht kategorisch am Ergebnis messen sollte, da man das damals nicht kannte.

Fehleinschätzungen gehören dazu, aber es gibt nicht diesen einen großen Fehler. Man macht täglich Fehler.

Zu meinen anderen gehören, dass ich meine 20 Tesla-Aktien damals für 55 Euro pro Stück verkauft habe. Das wären heute auch 55.000 Euro. Ich fand die Autos damals aber nicht gut und würde mir auch so schnell selbst keinen Tesla kaufen. Den Hype sollen also andere mitmachen. Die 1000 Euro hatte ich damals in irgendwas anderes investiert, das mir nicht soviel gebracht hat.

Klar, kann man da von einem Fehler sprechen. Aber es hätte Tesla ja auch so gehen können wie manch anderem gehypten Unternehmen, dass kurzzeitig zum Mond geflogen ist und kurz danach so gut wie tot war. Nur, weil es nicht so kam und manche mit ihrer Anlage Glück hatten, war die Entscheidung damals auch nicht falsch.

ETFs statt Einzelaktien

Ab jetzt muss ich mich aber nie wieder ärgern, wenn ich in 10 Jahren über eine verpasste Investitionsgelegenheit oder einen Investitionsfehler nachdenke.

Kaum ein Privat-Investor und wenige professionelle Anleger schaffen es langfristig den Markt durch die Auswahl ihrer Aktien zu schlagen. Einzelaktien-Picking ist für die meisten Anleger langfristig nicht so profitabel wie die Investition in einen ETF, der den Markt abbildet, wie der MSCI World.

Deswegen habe ich mich aus dem Aktien-Picking und dem Marathon-Rennen zurückgezogen und (inspiriert von Thomas von Finanzfluss) 70% meines Geldes in vier verschiedene ETFs investiert.

20% sind Kryptowährungen abseits von Bitcoin und mit 10% entwickle und teste ich verschiedene kurzfristige Strategien.

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