Airbnb-Aktie 2022: Wachstum vs. Moral

Wer die Airbnb-Aktie 2022 kaufen will, muss abwägen, ob er in ein Wachstums-Unternehmen investieren will oder eine Moral hat.

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Aktueller Kurs der Airbnb-Aktie

Infos zur Airbnb-Aktie

Der Online-Marktplatz Airbnb wurde 2008 gegründet und ist mittlerweile eine der größten Plattformen für Ferienwohnungen und Hotels.

Airbnb bietet über 7 Millionen Angebote und ist in mehr als 100.000 Städten in 220 Ländern und Regionen aktiv. Airbnb strebt bis 2028 jährlich 1 Milliarde Gäste an.

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Airbnb besitzt keine der aufgelisteten Unterkünfte, sondern profitiert rein von der Provision, die es für jede Buchung erhält.

Das Unternehmen wurde dafür kritisiert, dass es Lockvogel-Betrügereien ermöglicht, in Siedlungen im Westjordanland involviert ist, möglicherweise die Wohnungsmieten in die Höhe treibt und für die Anwohner von Mietobjekten eine Belästigung darstellt.

Das Unternehmen wird von vielen Städten kritisch gesehen und reguliert wie z.B. in San Francisco und New York City. In Düsseldorf ist AirBnb sogar verboten!

AirBnB werden von der Hotelbranche als Wettbewerbsbedrohung angesehen.

Warum man die AirBnB Aktie nicht kaufen sollte!

Airbnb lässt Mieten steigen

Airbnb ist ein Segen für Vermieter und Touristen, aber ein Albtraum für alle, die in einer Airbnb-verseuchten Stadt leben.

Forbes bezeichnet Airbnb als “äußerst beliebten, milliardenschweren Moloch“.

Mehrere Studien haben ergeben, dass die Mietpreise in vielen Gegenden aufgrund von Airbnb gestiegen sind.

In San Francisco führte das Thema im November 2015 sogar zu Protesten.

Vermieter halten ihre Immobilien vom Markt fern, um höhere Mietpreise für kurzfristige Mieten über Airbnb zu erzielen.

Eine Studie ergab, dass Gastgeber in der Lower East Side von Manhattan mit Airbnb mindestens das Doppelt der eigentlichen Miete verdienen.

Während des Münchner Oktoberfestes kann man mit einem 1-Zimmer-Appartment mehrere tausend Euro verdienen.

Airbnb kostet der Allgemeinheit Steuergelder

Ein weiterer großer potenzieller Kostenfaktor der Airbnb-Expansion ist der Verlust von Steuereinnahmen.

Die häufigste und einfachste dieser Einnahmequellen ist eine Steuer auf herkömmliche Hotelzimmer.

Wenn die Expansion von Airbnb auf Kosten der traditionellen Hotels geht, könnte dies die Steuereinnahmen beeinträchtigen.

Gewerbliche Vermieter müssen für die Vermietung auf Airbnb Steuern zahlen. Viele tarnen sich deswegen als Privatpersonen. Andere wiederum rutschen durch den Betrieb von Airbnb in eine Gewerblichkeit, ohne die entsprechenden Angaben bei der Steuererklärung zu machen.

In Berlin verfolgt Steuerfahndung hunderte Privatvermieter wegen Steuerhinterziehung. Dadurch entgehen der Stadt Berlin allein mehr als eine Million Euro an Steuereinnahmen. Die Dunkelziffer dürfte viel Höher sein.

Airbnb kostet Arbeitsplätze

Wenn die Expansion von Airbnb auf Kosten der traditionellen Hotels geht, könnte dies negative Auswirkungen auf die Beschäftigung haben.

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Da viele Übernachtungen in private Unterkünfte verlegt werden, werden weniger Hotels gebucht. Die einheimischen Mitarbeiter in Hotels werden nicht mehr benötigt. Die Arbeitslosigkeit steigt.

Gefahr für Gäste

Im Jahr 2017 analysierte der Reiseblogger Asher Fergusson 1.021 von Gästen gemeldete negative Erfahrungen.

Er stellte fest, dass es für Gastgeber Möglichkeiten gibt, mit gefälschten Informationen die Hintergrundprüfungen von Airbnb zu umgehen.

Er wies auf mehrere gemeldete Vorfälle hin, darunter Stornierungen in letzter Minute, schimmelige oder verseuchte Unterkünfte, Diebstahl von Eigentum durch die Vermieter, Verletzung der Privatsphäre und Gewaltverbrechen.

Langfristige Schäden durch “Airbnb-Effekt”

Eine vom Economic Policy Institute, einem gemeinnützigen, unparteiischen amerikanischen Think Tank, durchgeführte Analyse ergab, dass die wirtschaftlichen Kosten von Airbnb wahrscheinlich die Vorteile überwiegen.

Die Kosten der lokalen Mieter und Behörden übersteigen wahrscheinlich die Vorteile für Reisende und Immobilienbesitzer.

Der “Airbnb-Effekt” steigert den Wert eines Gebiets – zum Nachteil der einheimischen Bewohner.

Diese werden aufgrund finanzieller Zwänge verdrängt, damit reiche Touristen in den beliebten Städten Urlaub machen können.

Vor allem beliebte Städte scheinen am stärksten betroffen zu sein.

In Großstädten wie Amsterdam, Barcelona, Edinburgh und Los Angeles haben Studien zum “Airbnb-Effekt” ergeben, dass sich der durch Plattformen wie Airbnb geförderte Übertourismus negativ auf die Immobilienpreise und die Gemeinden auswirkt.

Rassismus und Diskrimierung

Während Hotels in der Regel alle Gäste, die bezahlen können aufnehmen (außer Juden wie Gil Ofarim SATIRE!), schauts bei Airbnb anders aus.

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Es gab zahlreichen Beschwerden im Zusammenhang mit Rassismus.

Eine Studie der Harvard Business School zeigte eine weit verbreitete Diskriminierung von Gästen durch Gastgeber, deren Namen darauf schließen ließen, dass sie schwarz waren.

Bei Inseraten in China gab es Beschwerden über rassistische Diskriminierung von Uiguren.

Lockvogelbetrug

Betrüger bieten Unterkünfte an, die es gar nicht gibt und lassen diese mit gefälschten positiven Bewertungen attraktiv erscheinen.

Die Buchungen werden direkt wieder storniert und stattdessen eine minderwertige Alternative angeboten und Rückerstattungen verweigert.

Kein objektives Bewertungssystem

Airbnb-Nutzer können keine anonyme Bewertung abgeben.

So können Vermieter “schwierige” Mieter ablehnen.

Das setzt die Mieter unter Druck positive Bewertungen abzugeben, die vielleicht gar nicht der Wahrheit entsprechen.

Sponsoring der Olympischen Spiele 2022

Airbnb war einer der offiziellen Sponsoren der umstrittenen Olympischen Spiele 2022 in Peking.

Zahlreichen Diplomaten und Aktivisten boykottierten die Spiele wegen angeblicher Menschenrechtsverletzungen durch die Kommunistische Partei Chinas.

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Airbnb ist einer der 15 Hauptsponsoren der Olympischen Spiele 2022 und wurde in einem offenen Brief von Menschenrechtsaktivisten und -gruppen aufgefordert, sein Sponsoring aufzugeben.

Maßnahmen von Regierungen gegen Airbnb

Amsterdam: Vermietungen ganzer Häuser auf 60 Tage im Jahr beschränkt, soll halbiert werden

Barcelona: Kurzzeitvermietungen müssen lizenziert werden, aber es werden keine neuen Lizenzen erteilt

Berlin: Vermieter brauchen eine Genehmigung, um 50 % oder mehr ihres Hauptwohnsitzes für einen kurzen Zeitraum zu vermieten

London: Kurzzeitvermietung ganzer Häuser auf 90 Tage pro Jahr begrenzt

Palma: Der Bürgermeister hat ein Verbot der Kurzzeitvermietung von Wohnungen angekündigt

New York City: Normalerweise ist es illegal, Wohnungen für 30 aufeinanderfolgende Tage oder weniger zu vermieten, es sei denn, der Gastgeber ist anwesend

Paris: Kurzzeitvermietung auf 120 Tage im Jahr begrenzt

San Francisco: Gastgeber müssen eine Gewerbeanmeldung und eine Bescheinigung über die kurzfristige Vermietung erhalten. Vermietung ganzer Immobilien auf 90 Tage im Jahr begrenzt

Singapur: Mindestmietdauer von sechs aufeinanderfolgenden Monaten für Sozialwohnungen

Tokio: Home-Sharing wurde erst 2017 legalisiert. Begrenzt auf 180 Tage pro Jahr

Der Stadtrat von Barcelona erklärt, dass illegale Unterkünfte “zu Spekulationen und illegalen Geschäften führen und ihre Aktivitäten nichts Positives für die Anwohner hinterlassen, sondern zu Belästigungen und Beschwerden führen”.

In Deutschland gibt es die Mietpreisbremse. Diese besagt, dass Mieten nur 10% über dem Mietspiegel liegen dürfen. Wenn das Gesetz auf Airbnb übertragen wird, würden die Vermietungsangebote drastisch zurück gehen. Das hat Airbnb natürlich nicht getan.

Im März 2020 entschied ein Bezirksgericht in den Niederlanden, dass die Servicegebühren durch Airbnb rechtswidrig sind.

30.000 Gäste hatten ein Recht auf Rückerstattung. Und das war nur in einem kleinen Bezirk.

Wenn dieses Gesetz in andere Länder übertragen wird, droht AirBnb eine Rückerstattungswelle.

Sollte man die Airbnb-Aktie 2022 kaufen?

Nein, ich würde die Airbnb-Aktie nicht kaufen. Ist aber nur meine persönliche Meinung und keine Anlageberatung. Jeder kann natürlich selbst entscheiden, ob ihm ein schneller Euro wert ist die vielen negativen Aspekte zu ignorieren.

Ein langfristiges Investment in die Airbnb-Aktie ist aufgrund der steigenden politischen Drucks auf das Unternehmen wegen Mietpreisen und Steuern gefährlich.

Aber wir wollen natürlich auch nicht die wirtschaftlichen Gründe für die Airbnb-Aktie außer Acht lassen.

Wirtschaftliche Gründe für die Airbnb-Aktie

2022 wird es wieder mehr Reisefreiheit geben und die Airbnb-Buchungen werden steigen.

Analysten geht davon aus, dass die Übernachtungen 2022 auf Rekordniveau liegen werden, was Airbnb auf ein Rekordjahr 2022 vorbereiten wird.

5 Analysten heben ihre Kursziele für die Airbnb-Aktie nach Q4-Zahlen an, weil der fundamentale Ausblick vielversprechend sei.

Die Umsatzprognose für das erste Quartal fiel besser als erwartet, weil sich das Reiseverhalten der Verbraucher 2022 wieder normalisieren wird.

Die Rentabilität von Airbnb verbessert sich weiter, wobei das EBITDA im vierten Quartal die Erwartungen übertraf.

Eine Verlagerung hin zu alternativen Unterkünften, eine globale Expansion und fortgesetzte Innovation werden wahrscheinlich zu einem langfristigen Umsatzwachstum von etwa 20 % und einer langfristigen EBITDA-Marge von über 30 % führen.

Es sind jetzt schon 25% mehr Sommerreisen gebucht worden als zu diesem Zeitpunkt 2019.

Für längere Aufenthalte ist Airbnb fast konkurrenzlos. Home-Office ist mittlerweile von jedem Ort der Welt möglich. Warum nicht im Airbnb in Barcelona den Frühling verbringen als im verregneten Wanne-Eickel?

Die Inflation könnte viele weitere Vermieter dazu drängen ihre Wohnung über AirBnb zu vermieten, um sich die Miete in teuren Städten überhaupt leisten zu können.

Airbnb ermöglich günstigen Urlaub im Vergleich zu einem Hotel.

Eine private Unterkunft vermittelt ein “authentischeres” Urlaubserlebniss.

Die meisten der Airbnb-Gäste sind mit ihrem Aufenthalt “zufrieden” oder “sehr zufrieden”.

Vermieter haben eine lukrative Einnahmequelle durch die kurzfristige Vermietung ihrer Zimmer.

Die Gastgeber haben die Möglichkeit, Menschen aus der ganzen Welt kennenzulernen und gleichzeitig etwas dazuzuverdienen.

Lokale Volkswirtschaften profitieren davon, dass Touristen neben der Unterkunft noch weiteres Geld in der Stadt lassen.

Fazit zur Airbnb-Aktie

Für Touristen und Vermieter mag Airbnb auf den ersten Blick eine tolle Sache sein.

  • Günstigere Preise als Hotels
  • Übernachtungen in ganzen Unterkünften statt in einem kleinen Zimmer.
  • Für Vermieter wesentlich höhere Mieteinnahmen als mit Langzeit-Vermietungen möglich

Wer sich allerdings schon mal über die eigene hohe Miete beschwert hat, sollte die Airbnb-Aktie nicht kaufen. Denn Airbnb ist ein Katalysator für steigende Mieten und weiteren negativen Langzeitfolgen für eine beliebte Stadt und deren nicht-reichen Einwohner, die keine eigene Immobilie zum vermieten besitzen.

Vielleicht ist Airbnb am Ende auch nur ein Corona-Profiteur? Denn Airbnb hat im Vergleich zu Hotels schon der Pandemie-Endphase überdurchschnittlich gut abgeschnitten.

Reisen an Ferne Orte und in tolle Hotels waren nicht möglich. Das begünstigte Urlaub im eigenen Land in Privatunterkünften. Wenn das Angebot an Pauschalreisen wieder steigt, könnte Airbnb Marktanteile einbüßen.

Hinzu kommen die vielen regulatorischen Hürden, die in den nächsten Jahren immer größer werden könnten und damit das Geschäftsmodell von Airbnb gefährden oder zumindest stark limitieren. Aber zur Not könnte es immer noch eine Alternative zu Booking oder Expedia sein, was auch nicht die schlechteste Option ist.