Henkel-Aktie – Was macht eigentlich dieser DAX-Konzern?

Die Henkel-Aktie ist eine von aktuell 30 Werten im Deutschen Aktien Index DAX. In unserer Serie „Dax-Aktie – Was macht eigentlich…“ werfen wir einen genauen Blick auf die größten deutschen Unternehmen.

Vor allem interessieren mich die „Flop-Aktien“, die in den letzten 3 – 12 Monaten die geringsten Kursgewinn bzw. größten Kurs-Verlust hinnehmen mussten. Flop-Aktien sind günstiger zu kaufen und daher vielleicht unterbewertet. Ob das so ist, kommt auf die Einzelfall-Prüfung an. Und diese machen wir hier mit der Henkel-Aktie.

Unter den 30 Dax-Werten gehörte im Jahr 2020 immer wieder die Henkel-Aktie zu den größten Verlierern.

In den letzten 12 Monaten belegt die Henkel-Aktie mit einem Kursverlust von knapp 3% den zwölfletzten Platz aller Dax-Werte. In den letzten 6 Monaten ist Henkel sogar Zehntletzter und den letzten 3 Monaten bzw. auch im letzten Monat gehört Henkel zu den Top10 der schwächsten Dax-Performer

Was macht Henkel überhaupt?

Das Unternehmen mit Sitz in Düsseldorf produziert Konsumgüter in den drei Kategorien Waschmittel, Schönheitspflege und Klebstoffe.

Die bekanntesten Marken von Henkel sind die Waschmittel Persil, Perwoll und Spee sowie die Geschirrspül-Sparte Somat.

Im Beauty-Bereich kennen die meisten wohl die Produkte von Schwarzkopf und das Shampoo Schauma.

Bei den Klebstoffen dürfte jeder Schüler schon mal Kontakt mit einem Henkel-Produkt gehabt haben, denn das Unternehmen stellt den Pritt-Stift sowie den Pattex-Kleber her.

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HENKELS NAZI VERGANGENHEIT

Was hat das mit Börse und Profitgier zu tun? Zugegeben: nichts. Dennoch ist mir persönlich auch die Geschichte eines Unternehmens wichtig. Ich muss in den meisten Fällen ein Unternehmen mögen, in das ich investiere – oder zumindest nicht schlecht finden.

Das ist jedoch nur meine eigene Meinung und keine Kaufempfehlung oder Nicht-Empfehlung. Ich respektiere alle Gegenargumente.

Reinheit war schon immer ein Thema von Henkel. So war Hugo Henkel ein Förderer des Nationalsozialismus. Alle Vorstandsmitglieder von Henkel traten Hitlers-Partei NSDAP bei.

Die sozialistische Wochenzeitung „unsere Zeit“ geht sogar noch einen Schritt weitere und schreibt „Henkel half Hitler an die Macht.“ Gemeint war der spätere Henkel-Chef Jost Henkel, der dem aufstrebenden Hitler 1932 in Düsseldorfer Industriellen-Club eine Plattform gab und später zum Dank Wehrwirtschaftsführer wurde. Was kein Grund war ihn 1958 nicht mit dem Bundesverdienstkreuz auszuzeichnen.

Nun sollet man grundsätzlich mit Vorwürfen vorsichtig sein, vor allem, wenn die Quellen nicht aufgeführt werden. Dennoch hat der Konzern eine nachweißbare Nazi-Vergangenheit, wie der Spiegel oder das ZDF belegen: Dokumentation „Die Persil-Story“.

Irionischerweise wird sogar die Entnazifizierung von Profiteuren des dritten Reiches als „Persilschein“ bezeichnet, weil man sich damit von den „braunen Sünden“ reingewaschen hatte.

Ein Grund nachtragend zu sein und die Henkel-Aktie nicht zu kaufen? Es ist schon sehr lange her und wäre wohl den meisten egal, wenn die Aktie sehr lukrativ wäre.

Wie läuft die Henkel-Aktie?

Gründe die Henkel-Aktie zu kaufen gäbe es auch ohne Nazi-Vergangenheit nicht all zu viele. Man könnte auf die Dividende spekulieren, die mit aktuell etwas mehr als 2% pro Anteil daher kommt.

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Den Höchststand hatte die Henkel-Aktie 2017 nach einer ca. 8 jährigen Kursrallye seit 2009.

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In den letzten drei Jahren ging es mit dem Kurs bergab. Zwischenzeitlicher Tiefpunkt war im März 2020 die Corona-Krise mit einem Kurs von 61,60 Euro (2).

Vorher lag der Preis für eine Henkel-Aktie über 90 Euro.

Aktuell dotiert die Henkel-Aktie bei etwas mehr als 80 Euro und zeigte nach dem März-2020-Lockdown einen leichten Aufwärtstrend, der sich allerdings seit dem zweiten Halbjahr 2020 seitwärts bis abwärts entwickelt.

Henkel lag in den letzten 5 Jahren relativ konstant bei rund 2 Milliarden Euro Gewinn.

Seit 2001 zahlt Henkel jedes Jahr eine Dividende an seine Aktionäre. Seit 2010 erhöhte sich die Dividende jedes Jahr und blieb zumindest im Corona Jahr 2020 auf dem Niveau von 2019 mit 1.85 Euro pro Aktie.

Die Bilanzen von Henkel zeigen, dass Umsatz und Überschuss in den letzten Jahren gewachsen sind. Allerdings gehen die Renditen zurück.

Henkel-Aktie im Vergleich mit der Branche

Das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) der Henkel-Aktie lag 2019 bei 20, was sich viel anhört, aber unterdurchschnittlich im Vergleich zur Konkurrenz ist.

KGV der Henkel-Konkurrenten

  • Beiersdorf: 38
  • Johnson & Johnson: 28
  • Lanxess: 25
  • Procter & Gamble: 24
  • Unilever 23

Das Kurs-Umsatz-Verhältnis von Henkel liegt bei 2.0.

Das Capital bringt es ganz gut auf den Punkt:

Die Henkel AG funktioniert als eine Art Vermögensverwaltung für die Familie der Mehrheitseigentümer. Die Interessen von Klein- und Großaktionären decken sich bei dem Düsseldorfer Konzern ganz offensichtlich nicht. […] Wer sein Geld als Kleinaktionär in solchen Konzernen anlegt, muss daher wissen, was er tut. Einfluss nehmen kann er nicht.

Quelle: Das Capital

Das ist keine Kaufempfehlung für oder gegen die Henkel-Aktie, sondern eine Analyse verschiedener Aspekte.