SPAC Aktie kaufen 2021 – Vorteile & Nachteile

SPACs sind derzeit im Aktienhandel im Mainstream angekommen. Wir zeigen in diesem Artikel mit Video die Vorteile und Nachteile, die du hast, wenn du eine SPAC Aktie kaufen willst.

VIDEO: SPAC-AKTIE KAUFEN

Was ist ein SPAC überhaupt?

SPAC steht für Special-Purpose Acquisition Company. Vereinfacht gesagt, ist ein SPAC eine Unternehmenshülle, die mit einem nicht börsennotierten Unternehmen fusioniert oder dies übernimmt, mit dem Ziel das eben dieses Unternehmen an der Börse gehandelt werden kann. Der SPAC an sich produziert auch keine Umsätze, sondern sammelt nur das nötige Kapitel für eine mögliche Fusionierung ein.

Für das akquirierte Unternehmen hat der SPAC auch einen Vorteil: durch diesen Prozess kann das Unternehmen schneller, kostengünstiger und vor allem ohne viele Auflagen an die Börse, ohne den zeitaufwendigen und kostspieligeren IPO-Prozess zu durchlaufen.

Bis vor wenigen Jahren waren SPACs noch nicht sehr verbreitet. Vor allem in Europa und Deutschland ist diese Form weiterhin relativ unbekannt. Im Jahr 2020 sind jedoch fast 30% aller Börsen-Neulinge über einen SPAC in eine Aktiengesellschaft transformiert. Besonders interessant sind für SPACs Startup-Unternehmen mit innovativen oder bereits erfolgreich am Markt etablierten Produkten. Derzeit gibt es über 150 bekannte SPACs, die auf der Suche nach Übernahmen und Fusionierungen sind.

Ein SPAC hat in der Regel den Einstiegspreis von 10$ und bis auf wenige Ausnahmen kann sich der Privatinvestor auch Anteile zu diesem Kurs sichern. Selten nehmen SPACs einen Verlauf wie Churchill (CCIV), die einen absoluten Hype in der Kurssteigerung haben (der Kurs hat sich mehr als verdreifacht), da die Erwartung der Investoren ist, dass Churchill mit dem Elektroauto-Hersteller Lucid Motors fusioniert.

Sollte ein SPAC innerhalb eines vorgeschriebenen Zeitraums von 12 bis 24 Monaten kein Unternehmen gefunden haben, erhält der Investor auch seine Anteile in Höhe des Einstandskurses des SPACs zurück.

Zusammengefasst: der Initiator, der die Unternehmenshülle, den SPAC gründet, hat also kein Geschäft oder Produkt. Durch den Börsengang sammelt er Geld. Mit diesem Geld geht er auf die Suche, um ein geeignetes Unternehmen zu finden, mit dem er fusioniert.

Initiatoren bzw. Gründer eines SPACs sind dabei meist namhafte Unternehmer, Top-Manager, Wirtschaftsberater oder auch ehemalige Politiker, die diese gemeinsam an den Start bringen. Bekannte SPACs-Gründer sind zum Beispiel Peter Thiel oder auch Michael Klein.

Warum SPAC Aktie kaufen?

Doch welche Vor- und Nachteile ergibt sich durch einen SPAC für den Privatanleger?

Wir starten mit den Nachteilen von SPAC Aktien

Der logischste Nachteil ist, dass man bei einer Investition in einen SPAC natürlich nicht weiß mit welchem Unternehmen der Börsenstart letztendlich geschieht. Seit 2018 sind daher bei 50 untersuchten SPACs bei einer Studie von Goldmann Sachs die Kurse im Durchschnitt schlechter gelaufen als die der S&P 500 Unternehmen. Außerdem kann es passieren, dass wenn ein SPAC keinen „richtigen“ Partner findet, ein Unternehmen „um jeden Preis“ akzeptiert wird; einfach damit ein Deal stattfindet.

Für den Privatanleger besteht hier also ein doppeltes Risiko. Man kann es auch Gambling nennen: 1) findet „mein“ SPAC überhaupt ein Unternehmen? 2) Bringt mir das gefundene Unternehmen überhaupt genug Potential und Kursgewinne, damit sich meine Investition lohnt? Ist das Unternehmen überhaupt in der Zukunft wettbewerbsfähig?

Ein bekanntes Unternehmen, das über einen SPAC an die Börse gegangen ist und hier als Negativ-Beispiel dienen soll, ist Wirecard. Mittlerweile kennt man die Machenschaften und Betrügereien der Firma und demnach ist nicht nur der Aktienkurs am Boden. Man kann sich hier die Frage stellen, ob Wirecard über einen üblichen IPO überhaupt an die Börse gekommen wäre, da bei einem IPO-Börsengang die Prüfungen und Auflagen deutlich strenger und umfassender sind. Ähnliche Beispiele, wenn auch in anderen Ausmaßen gibt es leider häufiger: Akazoo und Nikola sind weitere Negativ-Beispiele in der jüngeren Vergangenheit. Daher gilt es auch im Nachgang zu analysieren: warum ist das Unternehmen über einen SPAC an die Börse und nicht mit der „eigenen Stärke“ als IPO?

Dadurch, dass SPACs populärer werden und in ihrer Anzahl steigen, ist des für Privatanleger schwierig den Überblick zu wahren und den „richtigen“ zu finden. Außerdem kann das Geld ohne Verzinsung und ohne Rendite „lagern“, falls der SPAC erst sehr spät oder gar kein Unternehmen zur Fusionierung findet.

Dies wiederum ist jedoch auch eins von mehreren Vorteilen eines SPACs.

Vorteile

Das Investment in einen SPAC ist relativ risikoarm, da die 10$-Grenze nicht unterschritten werden kann und man sein Investment zurückbekommen würde, wenn kein Unternehmen gefunden werden würde. Zudem ist das Management-Team eines SPACs bekannt und man kann demnach selbst entscheiden, ob man dem SPAC zutraut ein gutes und profitreiches Unternehmen mit Potential zu finden. Das Management-Team des SPACs profitiert natürlich auch davon wie gut das akquirierte Unternehmen am Markt agiert, desto höher deren Gewinne und Rendite.

SPAC: ein großer Vorteil gegenüber einem IPO?! Im Dezember 2020 sind Unternehmen wie Airbnb, C3.AI oder auch Doordash via einem üblichen IPO an die Börse gegangen. Dabei ist der Kurs sofort zum Börsenstart explodiert: bevor der Privatanleger bei diesen Aktien zuschlagen konnte, war der Kurs vorbörslich bei bereits über 100% des Ausgabepreises! Somit hat man zumindest das Potential bei einem SPAC einen sehr günstigen Einstieg zu finden und ist direkt beim Ausgabekurs dabei.

SPACs sind oftmals in Branchen unterwegs, die im Trend liegen oder in der Zukunft ein Trend werden dürften/sollten. Dabei sind Beispiele zu nennen wie Elektroautos, Batteriehersteller oder sogar Unternehmen in der Raumfahrt. Ob der SPAC dann das für dich richtige Unternehmen findet, ist wieder eine Frage des Glücks und Erfolgs. Aber wer weiß: vielleicht bist du durch den SPAC in einem Unternehmen der Zukunft investiert, die du selbst gar nicht auf dem Schirm gehabt hättest?

Fazit zu SPAC Aktien

SPACs sind definitiv einen Blick Wert. Wenn man dem Management des SPACs traut und diese auch einschätzen kann, hat das SPAC-Investment viel Potential. Jedoch muss man sich bewusst sein, dass SPAC mehr Gambling (und Hoffen), als langfristiges Investieren ist. Da allerdings das Risiko sehr gering ist, ist es auf jeden Fall eine Überlegung wert, einen kleinen Teil seines Depots in einen SPAC zu investieren. Denn Verkaufen geht immer. Spätestens nach der Fusionierung mit einem Unternehmen, an dessen Erfolg und Zukunft man nicht glaubt.