Lohnt es sich, in Casino-Aktien zu investieren?

Das Spiel in Online-Casinos boomt seit einigen Jahren. Neben der schon lange verfügbaren europäischen MGA-Lizenz werden nun auch in Deutschland Lizenzen für Casinos vergeben. Damit erhöhen sich der Zuwachs und die Bekanntheit für moderne Online-Spielbanken noch weiter.

Die Branche expandiert und das weckt zusätzliche Interessen in einem ganz anderen Sektor. Casinos gehen vermehrt an die Börse, aber wie lohnend ist das Investment hier? Wo lässt sich das Kapital sinnvoller investieren? Direkt am Slot eines Online-Casinos oder womöglich an der Börse?

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Die Aktie bleibt als Kapitalanlage interessant

Ein wenig Börsen-Wissen haben heute die meisten Menschen. Das Thema Investitionen wird wichtiger, schon allein um für das Alter vorzusorgen. Doch die erste große Frage stellt sich schon, ob langfristig mit einer kontinuierlichen Rendite investiert wird oder kurzfristig, basierend auf höheren Gewinnchancen. Broker aktualisieren ihre Ansichten tagesaktuell und bewerten lohnende und weniger lohnende Branchen.

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In den Fokus gerückt sind seit geraumer Zeit Glücksspielkonzerne, wie ein Blick auf die Frankfurter Börse beweist. Mutigen und kreativen Investoren sind damit teilweise Millionengewinne gelungen, aber das Risiko ist extrem hoch. Für den Laien-Anleger sind solche Kapitalaufwendungen zu riskant, die Gefahr eines kompletten Verlusts ist real. Es braucht mehr als nur ein gewisses Basis-Wissen, um eine solche Entscheidung zu treffen. Die Prognosen mögen günstig sein, doch der Markt steht noch am Anfang.

Die Casino-Branche steckt beim Börsengang noch in den Kinderschuhen

Der Glücksspielstaatsvertrag in Deutschland hat das Gambling im Online-Casino legalisiert. Eine neue Chance für zahlreiche Anbieter, die sich um eine Lizenz aus Deutschland bewerben. Folglich steigt der Zuwachs an Neukunden, die sich beim Spiel in Sicherheit wägen. Der Erfolg führt dazu, dass immer mehr Anbieter den Gang an die Börse wagen, doch hier steht noch alles auf Anfang.

Dennoch ist die Auswahl bereits jetzt groß und die Chancen sind nicht gänzlich schlecht. Im Fokus stehen vor allem Anbieter, die nicht nur landbasiert, sondern europaweit agieren. Sie haben einen zweiten Blick verdient, denn durch die zunehmende Legalisierung von Casinos werden sie interessanter.

Die prognostizierten Gewinne für die Glücksspielbranche bis ins Jahr 2024 sind steigend. Ein ganz anderer Sektor hingegen, die niedergelassenen Spielhallen, befinden sich auf dem absteigenden Ast. Durch die drückende Konkurrenz aus dem Netz wird hier davon ausgegangen, dass es zu einem Aussterben kommt. Schuld ist nicht ausschließlich das Online-Casino, sondern auch das Gesetz. Mit neuen Abstandsregelungen und erschwerten Bedingungen für die Betreibung, wird die Attraktivität der Spielhallen reduziert.

Aber was bedeutet das für Investoren an der Börse? Ist es sinnvoll, einen Teil oder gar das gesamte Kapital in Casino-Aktien zu stecken? Wie hoch ist das Risiko und welche Investitionsmöglichkeiten sind am gewinnbringendsten?

Verschiedene Formen von Investments in die Casino-Branche

Die Risikobereitschaft spielt eine wichtige Rolle, wenn es um das Investment in Casino-Aktien geht. Auf dem deutschen Markt sind Stand 2022 rund 100 unterschiedliche Gambling- und Sportwettenaktien verfügbar. Es lohnt sich ein exakter Vergleich über die Aktienindizes, um nicht ungeplant in die Vollen zu gehen. Die beste Rendite kann erzielt werden, wenn günstig gekauft wird. Ob es jedoch tatsächlich zu einem Aufstieg kommt, kann kein Broker garantieren.

Generell leidet die Börse aktuell (Stand Oktober 2022) unter den Einbrüchen der globalen Märkte. Lange Haltezeiten können daher negative Folgen haben, da eine weitreichende Prognose nur schwer zu erstellen ist.

ETFs als Alternative – weniger Gewinn und mehr Sicherheit?

Sicherer zeigt sich hier die Investition in ETFs, denn hier profitiert der Anleger von der generellen Wertentwicklung der Indizes. Mit ETFs wird nicht nur ein einzelner Anbieter als Anlage herausgesucht, sondern die Wertentwicklung der Branche als Investment genutzt. Die Gewinne entwickeln sich zwar bedeutend geringer, dafür sinkt aber auch das Risiko eines Totalverlustes.

Es ist für Experten einfacher, vorherzusagen, wie sich die ganze Branche zukünftig entwickeln wird. Bei einem einzelnen Anbieter können interne Schwierigkeiten bereits dazu führen, dass die Fortentwicklung einbricht. Betrügt ein Anbieter oder hält er die gesetzlichen Bestimmungen nicht ein, kann es zu einem rapiden Einbruch seines Börsengangs kommen. Eine Investition in einen solchen Anbieter hätte dann verheerende Folgen.

CFD-Trading als besonderer Fall

Eine dritte Alternative ist es, anstelle von direkten Investitionen auf CFDs zu setzen. Hierbei handelt es sich der Definition nach aber nicht um klassisches Aktieninvestment. Stattdessen wird eine Wette darauf abgeschlossen, wie sich der Kurs der Branche langfristig entwickeln wird. Es gibt viele Broker, die diese Art des Investments ablehnen, da es dem klassischen Glücksspiel zu nahe kommt. Für langfristige Anlagen mit solider Rendite ist CFD-Trading ungeeignet.

Pro und Contra beim Investieren in die Casino-Branche

Es ist kaum möglich, eine Langzeitprognose für die Branche zu treffen, der Boom befindet sich erst am Anfang. Die Prognosen für die nächsten ein bis zwei Jahre sind gut und sagen ein hohes Potenzial voraus. Der US-Markt schneidet dabei noch besser ab als die Märkte in Deutschland. Hier wird bis 2025 ein Umsatz von rund 100 Milliarden Dollar erwartet. Eingerechnet sind hier nur Online-Anbieter, die niedergelassenen Spielbanken in Las Vegas werden dabei außen vor gelassen.

Da die Umsätze zumindest auf wenige Jahre berechnet erheblich ansteigen könnten, sind Casino-Aktien für Investoren interessant geworden. Eine Hauptrolle spielen sie bei schnellen Top-Dividenden, weniger geeignet sind sie für langfristige Anlagen. Doch was positiv klingt, kann auch Risiken und Nachteile mitbringen.

Die Regulierung des Glücksspielmarkts ist Fluch und Segen zugleich. Staatliche Restriktionen ermöglichen einer gewissen Gruppe von Anbietern die Ausbreitung, weist andere wiederum in die Schranken. So haben es Glücksspielanbieter mit Lizenzen aus Malta noch leicht, da sie sich in einer rechtlichen Grauzone befinden.

Es kann aber nicht garantiert werden, dass hier nicht von behördlicher Seite ein Riegel davor geschoben wird. Besonders die DACH-Region geht hier als mahnendes Beispiel voran. In der Schweiz können Online-Casinos mit Lizenzen aus Europa aufgrund einer allgemeinen Netzsperre nicht genutzt werden.

Fazit: Kurzfristig spannend, langfristig noch nicht vorhersehbar!

Mutige Investoren mit Bereitschaft zum Risiko haben mit Casino-Aktien die Chance, sich einen kurzfristigen Gewinn zu sichern. Doch auch das sollte nicht wahllos erfolgen, sondern strukturiert nach umfassenden Informationen.

Für die langfristige Anlage ist die Casino-Branche mit ihrem Boom noch zu frisch. Ob sich hier neue Möglichkeiten eröffnen, wird die Zeit zeigen. Erst wenn eine sichere und stabile Rendite gewährleistet ist, werden Broker die Casino-Aktien dauerhaft ins Portfolio aufnehmen wollen.